Mi, 22. November 2017

Widmann-Pläne

04.07.2011 13:55

Salzburg geht Weg der kleinen Schritte bei Integration

Lösungen kann sie nicht anbieten, aber mit einer Reihe von Einzelprojekten will die für Integration zuständige VP-Landesrätin Tina Widmann (im Bild mit Landeshauptmann-Stellvertreter Wilfried Haslauer) im Zusammenleben zwischen Einheimischen und Migranten zumindest Fortschritte erzielen. Dorf-und Stadtteilgespräche, Beschäftigungsmöglichkeiten sowie Sprachförderungsprogramme gehören dabei zu einem Maßnahmenbündel, das Widmann am Montag präsentierte.

"Es wäre vermessen, von Lösungen zu sprechen", stellte Widmann klar, ihr gehe es darum, dass jeder seinen Platz in der Gesellschaft finden könne. "Die deutsche Sprache ist die Grundvoraussetzung für ein gelungenes Miteinander", sagte die VP-Politikerin. Sie will deshalb die Anmeldung für das verpflichtende Gratis-Kindergartenjahr auf das vierte Lebensjahr vorverlegen, um rechtzeitig die Sprachentwicklung der Kinder überprüfen zu können.

Pilotprojekt zur frühkindlichen Sprachförderung
Zwei Jahre vor dem Beginn der Schulpflicht soll es bei Bedarf gezielt Sprachförderung geben. Widmann schwebt dabei ein Unterricht in Kleingruppen für die Vierjährigen an drei Tagen pro Woche vor. Von einem zweiten Pflichtjahr in Kindergarten ist sie nicht überzeugt. Ein Projekt zur frühkindlichen Sprachförderung könnte im Oberpinzgau im Frühjahr starten, kündigte Widmann an. Wenig Freude hat sie, dass der Bund 400.000 Euro an Fördermitteln für diesen Bereich gestrichen hat.

Ansetzen will die Landesrätin auch bei der Beschäftigung von Asylwerbern. Sie sollten während der oft lange dauernden Zeit bis zum Abschluss des Verfahrens gemeinnützige Aufgaben übernehmen. Widmann will ein entsprechendes Projekt bis spätestens Anfang 2012 starten. Dazu sollen die Asylwerber schon beim Erstkontakt gefragt werden, ob sie gemeinnützige Aufgaben übernehmen würden. Gemeinden oder das Land könnten Arbeit anbieten. "Ich will einen Pool an beschäftigungsinteressierten Asylsuchenden und eine Liste mit möglichen Tätigkeiten haben", sagte Widmann.

Gemeinnützige Arbeit für Asylwerber für 6 Euro pro Stunde
Die Asylwerber können pro Jahr im Ausmaß von 480 Stunden beschäftigt werden. Für ihre Arbeit erhalten sie eine Entschädigung von sechs Euro pro Stunde, die von den jeweiligen Einrichtungen bezahlt werden soll. Geplant ist ein Pilotprojekt für die Dauer von einem Jahr, sagte Widmann. Außerdem wurde gemeinsam mit einer Bank ein Fonds eingerichtet, der Asylwerbern, die sich selbstständig machen wollen, Mikrokredite gewährt. Ein in Zell am See lebender Friseur arabischer Herkunft und ein Schneider aus Afghanistan, der in Saalfelden wohnt, könnten die ersten Kreditnehmer sein, sagte Widmann.

Außerdem sieht ihr Maßnahmenbündel Dorf- und Stadtteilgespräche, Bezirksjugendgespräche, eine Integrationskonferenz samt Expertenrat sowie ein Integrationsprojekt für Männer vor. Aufgelegt wurde außerdem eine Broschüre "Drehscheibe Integration Inklusion", die Leitlinien für die Integration im Bundesland Salzburg formuliert. Das Budget für die Vorhaben ist gering. Die Integrationsstelle des Landes Salzburg verfügt derzeit über 480.000 Euro pro Jahr.

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