Mi, 22. November 2017

1.100 Unterschriften

01.07.2011 18:28

Kahlschlag im Park treibt Halleiner auf die Barrikaden

Alle Parteien haben in Hallein für den Neubau des Seniorenheimes gestimmt - dass dafür 40 Bäume im Stadtpark fallen sollen, ist aber keinem Mandatar aufgefallen. Die Grünen sammelten nun 1.100 Unterschriften gegen den Kahlschlag, die Opposition ist sich einig: "Informationen zum Projekt waren halbherzig."

Dass Halleins Senioren ein zeitgemäßes Zuhause brauchen – das wollen alle Parteien. Doch die Grünen schauten sich die Pläne genau an und bemerkten: 40 gesunde, zum Teil hundert Jahre alte Bäume sollen umgeschnitten werden, damit der Neubau über die Bühne gehen kann. Und zwar nur deshalb, damit man im Stadtpark eineinhalb Jahre lang die Wohncontainer als Ausweich-Quartier für die Senioren unterbringen kann. Jochen Nestler, grüner Gemeinderat: "Anfangs hat es geheißen: Es fallen zwei, drei Bäume. Dass nun aber 40 gesunde Bäume für ein Provisorium fallen sollen, spricht jedem Umweltschutzgedanken Hohn."

Stadtchef: "Grüne Hetzkampagne"
Die Halleiner Bevölkerung sieht das auch so: 1.100 Bürger haben bereits gegen den von Bürgermeister Christian Stöckl geplanten Kahlschlag unterschrieben, der spricht von einer "grünen Hetzkampagne". Immerhin aber war dem Stadtoberhaupt die Angelegenheit so wichtig, dass Stöckl kürzlich eilends eine "Amtliche Mitteilung an alle Haushalte" verfasste: "Es müssen für den Seniorenheim-Neubau im Nordwest-Teil des Parks leider viele Bäume fallen", räumte er darin ein.

Walter Reschreiter, SP-Klubchef, gesteht: "Die Leute sind zu Recht empört. Ich finde, der Bürgermeister hätte uns ausdrücklich auf den geplanten Kahlschlag hinweisen müssen. Den Plan hat so niemand mitbekommen." Auch in der Stadt-FP heißt es: "Die Informationen zum Seniorenheim-Neubau waren sehr spärlich." Am 12. Juli plant die Stadtgemeinde nun doch noch einen Informationsabend im Ziegelstadl (19.30 Uhr) zu dem brisanten Thema: Noch im August sollen die ersten Bäume fallen. Jochen Nestler von den Grünen: "Es gäbe auch andere Plätze, wo man die Container unterbringen könnte."

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