Di, 12. Dezember 2017

Heißes Pflaster

28.06.2011 19:29

Hauptbahnhof von Salzburg wird zur Heroin-Hochburg

Der Salzburger Hauptbahnhof wird immer mehr zum Umschlagplatz für harte Drogen wie Heroin - davor warnt das Innenministerium im brandneuen "Suchtmittelbericht". Die Ermittler wissen: Weil neue Banden auf den Markt drängen, ist der Preis für Heroin gesunken. Und Speed wird immer öfter in privaten "Küchenlabors" gemixt.

Vor allem der Hauptbahnhof bereitet den Drogen-Fahndern Kopfzerbrechen. Da hat sich eine "offene Szene" für Heroin gebildet – und alle Anzeichen deuten auf "einen Anstieg von Konsum und Handel hin", berichtet das Innenministerium. Weil neue Banden vor allem aus Mazedonien und Bulgarien auf den Markt drängen, registrieren die Ermittler fallende Preise: Für ein Gramm Heroin müssen Süchtige zum Teil nur 40 bis 50 Euro bezahlen – noch vor einem Jahr wurden bis zu 70 Euro pro Gramm der Droge verlangt.

Kontaktaufnahme oftmals nur durch Blicke in Öffis
Mit welchen Tricks die Dealer ihre dreckigen Geschäfte tarnen wollen, weiß die Polizei auch. Händler aus dem früheren Jugoslawien sind mit vier bis fünf Wertkarten-Handys ausgestattet, die sie nie länger als zwei Wochen verwenden. So verwischen sie ihre Spuren und sind fast nicht zu überwachen. Und afrikanische Dealer verzichten zum Teil überhaupt auf ein Telefon – "vielmehr wird vorwiegend in öffentlichen Verkehrsmitteln meist durch Blicke oder Handzeichen der Kontakt mit den Konsumenten aufgenommen", wissen die Ermittler. Zum eigentlichen Verkauf des Rauschgifts steigen beide aus und treffen sich in einer kleinen Nebenstraße

Auffallend ist in Salzburg, dass viele Heroin-Süchtige sich mit Ersatzdrogen voll pumpen: Substitol, Vendal, Compensan und andere Medikamente besorgen sie sich am Schwarzmarkt in Wien. Auch die Eigenproduktion von Drogen nimmt zu – immer öfter räumt die Polizei private Cannabis-Plantagen aus. Und Amphetamine wie Speed werden daheim in den so genannten "Küchenlabors" zusammengemixt.

Scharer: Sorgen wegen Handels mit Ersatzdrogen
"Trotz all dieser negativen Entwicklungen nimmt der Drogenkonsum in Salzburg zum Glück nicht zu", weiß Landesrätin Erika Scharer. Ihr bereitet vor allem der Handel mit Ersatzdrogen große Sorgen: "Der ist kaum unter Kontrolle zu bringen", sagt die Sozialpolitikerin. "Und für die Heroin-Szene beim Salzburger Bahnhof müssen wir das Hilfsangebot für die Süchtigen verbessern. Dafür brauchen wir allerdings zusätzliches Geld. Konzepte habe ich ausarbeiten lassen, die kann meine Nachfolgerin dann umsetzen."

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