Do, 23. November 2017

Alarm in Salzburg

26.06.2011 11:46

„Bombenkoffer“ in evakuierter Ikea-Filiale nur Müll?

Nach dem Bombenalarm in der Ikea-Filiale in Salzburg am Samstagnachmittag hat sich gegen Mitternacht der angebliche Besitzer des herrenlosen Koffers telefonisch bei der Polizei gemeldet. Er habe seinen Trolley entsorgen wollen und ihn deshalb neben einem Mülleimer abgestellt, schilderte der Anrufer. Die Polizei schließt aber auch nicht aus, dass es sich bei dem Mann um einen Trittbrettfahrer handelt. In den vergangenen Wochen war es in mehreren Ikea-Filialen zu einer Serie kleiner Sprengstoffexplosionen gekommen.

Der angebliche Besitzer des Koffers meldete sich gegen 23.20 Uhr von einer Telefonzelle aus bei der Polizei. Er entschuldigte sich für den Polizeieinsatz, den er durch die "Entsorgung" ausgelöst habe. Von der Evakuierung der Filiale habe er aus den Nachrichten erfahren, sagte er. Da der Verdacht bestanden hatte, es könnte sich Sprengstoff in dem Gepäckstück befinden, war das Möbelhaus vorübergehend geräumt worden.

Fahndung nach Trittbrettfahrer
Die Polizei konnte den Standort der Telefonzelle orten, von wo aus der Anruf getätigt worden war. Es werde nun versucht, den Mann auszuforschen, um auch den Wahrheitsgehalt seiner Angaben zu überprüfen, erklärte Polizeisprecher Anton Schentz. Da der Koffer mit den Maßen 55 mal 36 mal 30 Zentimeter nämlich keine großen Verschleißerscheinungen aufwies, wird nicht ausgeschlossen, dass es sich um einen Trittbrettfahrer handelt.

In mehreren Filialen des schwedischen Möbelhauses in Europa ist es in den vergangenen Wochen zu kleineren Explosionen gekommen. Erst am 11. Juni war in einer Ikea-Filiale in Dresden in Deutschland ein Sprengsatz in der Küchenabteilung explodiert. Ein Mensch wurde dabei leicht verletzt. Ähnliche Fälle gab es bereits in Filialen in Belgien, Frankreich und den Niederlanden.

Hohe Einsatzkosten und Negativwerbung
Falls der Unbekannte ausgeforscht wird, könnte ihn die "Entsorgung" des Koffers teuer zu stehen kommen. Ikea kann zivilrechtlich gegen ihn vorgehen und auf Schadensersatz klagen - wegen Verdienstentganges und der Negativwerbung, die ein Bombenalarm mit anschließender Evakuierung nach sich zieht. Auch die Exekutive kann beim Verursacher des Fehlalarms - zumindest theoretisch - die Kosten für den Polizeieinsatz einfordern.

Ein Mitarbeiter des Wachdienstes hatte am Samstag in der Salzburger Filiale Verdacht geschöpft, weil der kleine Koffer schon mehr als eine halbe Stunde lang beim Stiegenabgang zur Tiefgarage stand. Der Haustechniker alarmierte gegen 16 Uhr die Polizei. Mehrere hundert Personen, die sich zu dem Zeitpunkt in der Ikea-Filiale im Salzburger Stadtteil Taxham aufhielten, mussten um 16.28 Uhr das Haus verlassen.

Die Evakuierung war innerhalb von fünf Minuten abgeschlossen. Nach einer Überprüfung durch Sprengstoffexperten stellte sich heraus, dass der schwarze Koffer, der nicht größer war als ein Handgepäckstück, leer war. Um 17.10 Uhr wurde die Evakuierung aufgehoben.

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