Di, 12. Dezember 2017

Causa Strubergasse

22.06.2011 08:34

Sondersitzung zu Debatte über Abriss wurde abgesagt

Paukenschlag im Schloss Mirabell: Extra für die Abriss-Pläne in der Strubergassen-Siedlung in Lehen hatten die Parteien am Dienstag eine Sondersitzung des Planungsausschusses angesetzt. Doch der Punkt wurde kurz vor Beginn der Sitzung wieder abgeblasen.

Damit hatten auch die betroffenen Mieter aus der Strubergasse nicht gerechnet: "Wir müssen bei der Sondersitzung unbedingt dabei sein", hatte Johann Wieser noch gemeint. "Vielleicht gelingt es uns, die Politiker umzustimmen und den völlig unnötigen Abriss von 210 Wohnungen bei uns zu verhindern."

Rund 20 Mieter saßen im Saal 200. Kurz vor Beginn um 14 Uhr sickerte durch, dass die Abriss-Debatte abgesagt wird. Und SP-Gemeinderat Michael Wanner, der selber in der Gegend der Strubergasse aufgewachsen ist, bestätigte die Gerüchte: "Dieser Punkt ist von der Tagesordnung des Ausschusses abgesetzt."

"Psychische Belastung ist gewaltig"
Dafür erntete er zuerst herbe Kritik von den Mietern: "Das ist unerträglich. Für uns ist die psychische Belastung gewaltig", polterte ein Betroffener: "Weil ja keiner weiß, wie es weiter geht. Wir werden im Ungewissen gelassen und nur weiter vertröstet." Es folgten hitzige Debatten. Wanner: "Es gibt erst Teilergebnisse, da ist nichts beschlussreif. Weitere Gespräche sind nötig." Bei so einem wichtigen Thema muss alles passen, "da würde ich mich schämen, wenn dieser Beschluss nicht ordentlich ausverhandelt ist", erklärte er.

"Ich verstehe, dass es für die Betroffenen frustrierend ist, weil in dem Fall keine Vereinbarung hält", sagte die Bürgerlisten-Mandatarin Ulrike Saghi. "Ein Trauerspiel", ärgerte sich Doris Tazl. Und Michael Blaghi (FP) möchte, "dass endlich alle Parteien gemeinsam die beste Lösung für die Mieter suchen." VP-Klubchef Christoph Fuchs: "Es kann noch keinen Beschluss geben, weil die SPÖ nicht einig ist."

Siedler haben wieder Hoffnung
Der Abriss der 210 Wohnungen, den Vize Martin Panosch als "Kompromiss" ausgehandelt hatte, ist dort intern noch umstritten. "Für uns ist das wieder ein Hoffnungsschimmer", erkannten nach der Vertagung die Siedler. Ein neuer Vorschlag muss bis nächsten Donnerstag vorliegen – dann tagt der Ausschuss wieder.

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