So, 22. Oktober 2017

Bestialische Tat

10.06.2011 15:23

28-Jähriger nach Mord an Mutter in Anstalt eingewiesen

Ein 28-jähriger Oberösterreicher ist am Freitag wegen des bestialischen Mordes an seiner Mutter in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen worden. Der Beschuldigte nahm den Spruch des Linzer Geschworenengerichts an, auch die Staatsanwältin erklärte Rechtsmittelverzicht, das Urteil ist somit rechtskräftig. Die abscheuliche Bluttat hatte im November 2010 für Entsetzen gesorgt - der psychisch kranke Linzer wollte "die Seele seiner Mutter befreien".

Am 16. November war der Linzer in der Wohnung, die seine Mutter wenige Tage zuvor bezogen hatte, auf die Frau losgegangen. Er attackierte die 55-Jährige, bis sie stürzte, schlug ihren Kopf mehrmals auf den Boden und drosch mit einer Tischlampe aus Metall sowie einem Radiowecker auf sie ein, insgesamt rund 30 Mal. Dann griff er sich ein Stromkabel und würgte das Opfer. Zuletzt rammte er seiner sterbenden Mutter ein Buttermesser in ihr rechtes Auge - "um ihre Seele, die in ihrem Körper gefangen war, zu befreien", wie er vor Gericht erklärte.

Gemeinsamer Filmabend eskalierte
Danach wollte er aus der im zweiten Stock gelegenen Wohnung flüchten. Doch die Eingangstür war versperrt und er fand den Schlüssel nicht. Der 28-Jährige konnte auch der von den Nachbarn alarmierten Polizei nicht öffnen. Als diese mit einer Hebebühne der Feuerwehr vor dem Fenster erschien und nach Informationen der "Krone" zudem die Tür aufgebrochen hatte, ließ er sich widerstandslos festnehmen.

In den anschließenden Befragungen gab der Beschuldigte an, er und seine Mutter hätten den Bezug der Wohnung mit Rotwein gefeiert und einen Film angeschaut. Als sie in das Schlafzimmer gegangen sei, habe er angenommen, sie wolle ihre Medikamente nehmen, die sich nicht mit Alkohol vertragen. Er habe sie davon abhalten wollen. Sie habe ihn geschlagen. Da sei er ausgerastet: Statt sie zu beruhigen, habe er sie ebenfalls geschlagen.

28-Jähriger bereits etliche Male in Behandlung
Der Linzer leidet an paranoider Schizophrenie. Er war erstmals 2001 in der oberösterreichischen Landesnervenklinik Wagner-Jauregg behandelt worden, musste seine Schulausbildung abbrechen und ist arbeitsunfähig. Mit fünfzehneinhalb kam er mit Drogen in Kontakt. Der Mann hat insgesamt 23 längere Aufenthalte unter anderem wegen Selbst- und Fremdgefährdung in der Klinik hinter sich.

Seine schwere psychische Erkrankung sah er jedoch nicht ein. Deshalb nahm der Beschuldigte die ihm verordneten Medikamente nach den Entlassungen nur unregelmäßig ein, weshalb sie so gut wie unwirksam waren. Auch seine Mutter war psychisch krank, ebenso ein Bruder seines verschollenen Vaters.

"Keine Strafe, sondern Schutzmaßnahme"
Die Geschworenen entschieden einstimmig auf Mord. Die Zusatzfrage, ob der 28-Jährige zur Tatzeit unzurechnungsfähig war, bejahten sie ebenfalls. Weil er laut diversen psychiatrischen Gutachten hochgradig gefährlich ist, erfolgt die Unterbringung in einer geschlossenen Abteilung. "Keine Strafe, sondern eine Maßnahme zu seinem und zum Schutz anderer", betonte der vorsitzende Richter. Denn die Tat sei begründet durch eine schwere Erkrankung, die man ihm nicht vorwerfen könne.

Neurologen geben den Kampf um den 28-Jährigen nicht auf: Wenn er die Behandlung der Ärzte annehme, könne sich seine Gesundheit bessern - und mit flankierenden Maßnahmen sei sogar ein Leben außerhalb einer geschlossenen Anstalt möglich.

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