Sa, 21. Oktober 2017

Lokalbahn entgleist

10.06.2011 09:48

Saboteur vom Vorjahr hat bei aktuellem Fall Alibi

Sechs Beamte des Polizeikommandos Zell am See ermitteln rund um die Uhr, um jenen Saboteur zu finden, der die Pinzgaubahn in Neukirchen entgleisen ließ. Der Streckenkontrollor, der schon zuvor mehrmals Schienen blockiert hatte, legte ein Geständnis ab. Der Sicherheitsmann ist aber nicht der Attentäter vom Sonntag. Der 23-Jährige war bereits am Dienstag von der "Soko Pinzgaubahn" als Saboteur überführt worden.

Aus "Profilierungssucht", wie er im Verhör angab, hatte er im Vorjahr drei Mal Steine und Kanthölzer auf die Gleisanlagen bei den Bahnhöfen in Mittersill und Uttendorf gelegt. Es kam aber nie zu einer Zugentgleisung, weil der Mann selbst Alarm schlug. Der Bahnbedienstete war sich der Tragweite solcher Anschläge wohl bewusst. Da er für die Tatzeit am vergangenen Sonntag ein Alibi hat, wird er vorerst als Verdächtiger für diesen Fall ausgeschlossen. In seinem Heimatort stehen die Menschen übrigens hinter dem jungen Mann. Er hat sich zuvor nie etwas zu Schulden kommen lassen.

Einvernahme von Kollegen und Zeltfestbesuchern
Seinen Job ist er aber trotzdem los. "Das ist der übliche Weg", erklärt dazu der stellvertretende Betriebsleiter der Lokalbahn, Wolfgang Mauracher. Dass ein anderer Mitarbeiter für die Sabotage verantwortlich sein könnte, glaubt er nicht. "Es deutet nichts darauf hin." Dennoch befragt die Sonderkommission Pinzgaubahn jetzt auch die Kollegen des Kontrollors.

Außerdem werden alle Besucher des Zeltfestes einvernommen, das in der Nacht zum Sonntag in der Nähe stattfand. Entscheidend dürfte aber sein, ob auf den Steinen, die den Zug entgleisen ließen, DNA-Spuren gefunden werden. "Das dauert aber noch", kündigt Dr. Franz Neuhuber von der Gerichtsmedizin an.

300.000 Euro Schaden
Der angerichtete Schaden beläuft sich auf 300.000 Euro. Die Schienen werden in den nächsten Tagen repariert. "Wir prüfen, ob eine Versicherung für die Kosten aufkommt", sagt Wolfgang Mauracher. Er selbst glaubt nämlich nicht daran, dass der Täter, sollte er je entlarvt werden, 300.000 Euro für die Reparatur aufbringen kann.

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