Fr, 24. November 2017

„Extrem neugierig“

31.05.2011 15:42

Smartphones laut Experte „Spione in der Tasche“

Bisher haben Smartphones vor allem Negativschlagzeilen gemacht, wenn durch unbewussten Datentransfer horrende Telefonrechnungen anfielen. Am Rande des Sicherheitskongresses 2011 des Kuratoriums Sicheres Österreich warnte der Privacy-Experte Michael Meixner von Deloitte Österreich am Dienstag vor anderen Schattenseiten der Telefone: Sie sind relativ leicht zu hacken - und vor allem extrem neugierig.

Wie neugierig Smartphones und die verschiedenen Apps sind, demonstrierte Meixner gleich an Ort und Stelle. Ruft man etwa eine "Billig Tanken"-App eines großen Autoclubs auf, so schickt das Telefon Daten nicht nur an die Seite des Clubs, sondern auch an drei andere Adressen. "Keine Ahnung, wer die sind", sagte Meixner. Er selbst könne diese Adressen auch nur sehen, weil er eine entsprechende Firewall installiert habe. Der normale Nutzer bemerke dies gar nicht.

Doch nicht nur die Apps, sondern auch die meisten Smartphones wollen wissen, wie man tickt. "Wenn man sein iPhone das erste Mal angesteckt und den Nutzerbedingungen zugestimmt hat, steht man quasi nackt vor Apple", meinte Meixner. Wie zuletzt bekanntgeworden, speichern die Geräte ohne Wissen des Benutzers dessen Bewegungsprofil. "Niemand weiß, was Apple mit diesen Daten macht", so Meixner.

Der Experte hat der Neugier seines iPhones eine eigene App vorgeschoben: Immer wenn wer wissen will, wo er ist, wird er automatisch nach Namibia umgeleitet. "Das bekommen Sie aber nicht im App-Store von Apple", meinte Meixner im Rahmen des Kongresses am Dienstag in Wien, bei dem Experten unter anderem über die Gefahren von sozialen Netzwerken, Cyber-Crime und die "Sicherheitsfalle mobile Endgeräte" diskutierten.

Smartphones haben laut Meixner jedoch noch ein weiteres Problem: Sie sind relativ leicht zu hacken. Um das zu demonstrieren, schaltete sich der Sicherheitsexperte mit seinem Handy zwischen ein fremdes Mobiltelefon und die WLAN-Station, an die das Mobiltelefon seine Daten sendet. Das gehackte Gerät sendete daraufhin alle Daten an das Gerät von Meixner. Dessen Kommentar: "Es geht sehr einfach".

Der einzige Grund dafür, dass das Hacken von Smartphones noch relativ selten vorkomme, sei, dass es dem Hacker nicht viel bringt. "Ich kann vielleicht bei Twitter mitlesen oder den Facebook-Account sehen, aber was habe ich davon?", so Meixner. In Zukunft, wenn das Handy wie von Google beabsichtigt etwa zur elektronischen Geldbörse mutiert, könnte sich dies nach Einschätzung Meixners jedoch ändern.

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