Fr, 17. November 2017

Nach EHEC-Alarm

31.05.2011 08:44

Gemüseanbauer wollen jetzt ‚Regionales stärken‘

Die Gurken-Krise trifft den Gemüseanbau schwer: Auch in Salzburg sind die Konsumenten extrem verunsichert. Und Betriebe, die wegen ihrer Großlieferanten auf der österreichweiten "Gurken-Liste" stehen, sind sauer. Was beruhigt: Salzburgs Biobetriebe importieren selbst im Winter spanische Produkte nur zögerlich.

Bei Bio-Bauer Hans Winklhofer in Wals-Viehhausen wächst und gedeiht es am Feld nach dem letzten Regen gut: Salat, Kohlrabi, Kraut, Radieschen und eben Gurken der Marke: Heimisch, bio, keimfrei!

"Ich war selbst schon in Spanien und hab dort Betriebe besucht", erzählt Winklhofer über andere Auflagen in Anbau und vor allem Bewässerung. "Das Wasser steht in Bassins bei 40 bis 50 Grad." Beim Importieren ausländischer Gemüsesorten ist er generell vorsichtig. Wenn, dann höchstens Paprika aus Holland oder Italien.

"Ansprüche sind einfach zu hoch"
Und auch Gemüsebäuerin Rosi Klinger macht sich ihre Gedanken: "Ich sehe es als Denkzettel, dass wir auch im Biobereich wieder mehr auf regionale Ware setzen müssen", sagt sie. "Die Ansprüche sind einfach zu hoch. Jeder will zu jeder Jahreszeit alles am Teller haben." Wer kein großes Sortiment anbietet, verliert Kunden. Kliniger sagt aber auch oft Nein: "Argentinische Äpfel gibt es bei mir sicher nicht."

Die Saison spanischer Gemüseimporte ist um diese Jahreszeit zum Glück vorbei: Einige wenige Salzburger Betriebe, die zuletzt bei "Dennree Naturkost" und "Ökoring" eingekauft haben, landeten aber auf der Rückholliste. "Die Lebensmittelpolizei war gerade bei uns", erzählt ein Flachgauer Anbieter und will nicht mehr dazu sagen: "Wir haben die Ware sowieso nicht mehr verkauft."

Und Michael Hauthaler aus Saalfelden verweist gleich auf den Großhändler "Dennree" mit Sitz in Ansfelden. Dort will man beruhigen: "Die Rückholaktion ist freiwillig, eine reine Vorsichtsmaßnahme. Unsere Produkte haben mit der Hamburger Lieferung nichts zu tun", so Bernhard Schlagnitweit und wehrt sich, dass Bioprodukte jetzt ins schiefe Licht kommen. "Es waren immerhin drei konventionelle und eine Bio-Gurke betroffen."

Auch bei der hogast-Tochter "Hotel Gastro Pool" mit Sitz in Niederalm, die 900 Betriebe beliefert, wurden sofort alle Maßnahmen eingeleitet: "Bei uns war nur ein einziges Hotel betroffen", bemüht sich Waltraud Huetz-Ebner um Schadensbegrenzung.

Zauberformel: genügsamer sein
Bei "Bio Austria" in Salzburg, der Region mit der höchsten Bio-Dichte, liefen am Montag jedenfalls die Telefone heiß. Rund 200 Direktvermarkter verkaufen ihre Produkte. Die Richtlinien sind strenger als die euroweiten Auflagen. Der Image-Schaden ist aber groß. Bäuerin Rosi Klinger aus Anthering will die Konsumenten noch stärker sensibilisieren: "Wir müssen noch mehr aufklären, was wann bei uns wächst." Die Zauberformel: genügsamer sein und auf "bummwolle Tiefkühler" verzichten.

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