Di, 21. November 2017

„Krone“-Interview

22.05.2011 10:18

Rotes „Urgestein“ über Migration und Ackerl-Nachfolger

Auch in seiner Polit-Pension ist Peter Keppelmüller (66) ein kritischer SP-Kopf geblieben. Im "Krone"-Interview spricht der Ex-Nationalratsabgeordnete, der schon mit Bruno Kreisky und Josef Cap im Parlamentsklub saß, darüber, wer ihm im Landesparteichefsessel gefallen würde. Und wie die Partei mit Migration umgehen soll.

"Krone": Sie haben den Aufstieg und Fall der Partei miterlebt. Wie sehr hat die Niederlage bei den Landtagswahlen 2009 geschmerzt?
Peter Keppelmüller: Da leidet man. Demokratiepolitisch bedenklich ist der große Nichtwähler-Anteil. Ich sehe es als Gefahr, dass VP und SP Junge zu den Freiheitlichen drängen. Das ist eine Protesthaltung der Jugend, die ich aber nicht für Politikverdrossenheit halte.

"Krone": Im Reformprozess morgen.rot wird versucht, Junge mit ins Boot zu holen. Wie stehen Sie dazu?
Keppelmüller: Vom Konzept her ist es großartig. Ich kann es aber nicht wirklich beurteilen.

"Krone": Wäre neben einer inhaltlichen Neuausrichtung nicht langsam auch personell ein Neustart wünschenswert?
Keppelmüller: Wir haben bis 2015 Zeit, wir brauchen jetzt nicht in Panik zu verfallen. Zudem ist Josef Ackerl gut dafür geeignet, die Partei neu aufzustellen. Spätestens 2014 wird das Thema aber stehen müssen.

"Krone": Wem räumen Sie Zukunftschancen ein?
Keppelmüller: Christian Forsterleitner ist für mich einer der visionären Köpfe bei den Jungen.

"Krone": Und was ist mit Lawog-Vorstand Frank Schneider?
Keppelmüller: Der wäre auch gut.

"Krone": Auch Sonja Ablinger gilt als Chefsessel-Anwärterin.
Keppelmüller: Mein Wunsch ist sie nicht. Gertraud Jahn ist sehr gut - und auch "handfester". Sie könnte ich mir in jeder Position vorstellen.

"Krone": Wie wird sich die SP aufstellen müssen? Ist es mit einem Minderheitenprogramm getan, oder wird man Grundsätze über Bord werfen, um die Masse anzusprechen?
Keppelmüller: Das hat nichts mit Grundsätzen zu tun. Wir brauchen soziale Sicherheit, gesundheitliche und Arbeitsplatz-Sicherheit. Auch das Problem mit Fremden wird man sich anschauen müssen. Ich verstehe die Diskussion um Thilo Sarrazin in Deutschland nicht. Es gibt kaum etwas in seinem Buch, das ich nicht unterschreiben kann. Wir haben ein Problem, das kann man nicht vom Tisch wischen.

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