Sa, 18. November 2017

Lehrlinge belästigt

20.05.2011 20:00

Heeres-Ausbildner verurteilt: Haft und 5 Jahre Lehrverbot

Es sollte eine interessante Ausbildung werden. Doch drei junge Lehrmädchen mussten in der Kaserne in Zwölfaxing (Bild) wochenlang sexuelle Belästigungen über sich ergehen lassen. Ausgerechnet ein Ausbildner näherte sich seinen Opfern in der Küche immer wieder unsittlich. Der Mann wurde am Freitag am Landesgericht in Korneuburg zu vier Monaten bedingter Haft und 4.800 Euro Geldstrafe verurteilt. Zudem darf er fünf Jahre nicht als Lehrlingsausbildner arbeiten. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Es sei alles nicht wahr und hier eine große Verschwörung gegen ihn im Gang. Man wolle ihm den Job streitig machen. Diese Version tischte der Angeklagte Richter Helmut Neumar zunächst auf. Als die Opfer – zwei waren im Tatzeitraum gerade 16 Jahre alt – aussagten, stellte sich die Lage rasch ganz anders dar.

Bundesheer versuchte Opfer zum Schweigen zu bringen
Immer wieder war es den Angaben der Mädchen nach in der Küche zu sexuellen Belästigungen gekommen. Bis die 22-jährige Carmen S. im Sommer 2010 den Mut fand, die Missstände aufzuzeigen. Dem Bundesheer selbst war das ganze hochnotpeinlich. Es folgte der Versuch, die Opfer intern zum Schweigen zu bewegen, der aber nichts brachte. Wie belastend das Ganze für die Mädchen war, zeigte sich auch im Gericht wo bei den Aussagen viele Tränen flossen.

"Im Unterbewusstsein" passiert
Für Richter Neumar war klar: "An dem Wahrheitsgehalt besteht nicht der geringste Zweifel." Als die Luft für den Angeklagten immer dünner wurde, gab er die Taten dann doch zu. Sie seien (über Wochen hinweg) "im Unterbewusstsein" passiert. Als der Richter daraufhin ein psychatrisches Gutachten und mögliche Einweisung in eine Anstalt in Aussicht stellte, folgte ein spätes volles Geständnis.

Längst nicht ausgestanden ist die ganze Causa aber trotz des nun erfolgten Urteils für die drei Mädchen. Sie sind alle in psychologischer Betreuung und leiden noch heute unter den Übergriffen.

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