Fr, 17. November 2017

Einfach unbelehrbar

20.05.2011 08:25

Alkolenker kam mit zwei Promille intus zur Nachschulung

Schockierender Trend: Immer mehr Alkolenker sind nicht beschwipst, sondern stockbetrunken und damit in Lebensgefahr. Wie jene 35-jährige Innviertlerin, die mit 3,3 Promille Fahrerflucht beging (siehe Infobox). Und ein Unbelehrbarer kam sogar um 7 Uhr früh mit zwei Promille zur verordneten Nachschulung in Linz...

"Wir dachten, der Alkomat sei kaputt und haben zwei weitere Tests gemacht", erinnert sich Sabine Neumüller vom Institut für Nachschulung und verkehrspsychologische Untersuchung "Gute Fahrt" in Linz. Denn anzumerken war dem Mann nichts, wie es bei notorischen Trinkern vorkommen kann.

Wie viel Alkohol jemand verträgt, hängt nicht nur von der Trinkmenge, sondern auch von der Statur, dem Geschlecht und der Abbaugeschwindigkeit ab. Als Faustregel gilt die sogenannte Widmark-Formel: So hat ein 70 Kilogramm schwerer Mann nach zwei halben Bier (40 Gramm Alkohol) 0,82 Promille.

Alkohol am Steuer führte im Vorjahr in Oberösterreich zu 379 Unfällen mit 539 Verletzten und fünf Todesopfern. Zu Nachschulungskursen bei "Gute Fahrt" mussten 439 Männer und 119 Frauen gehen (Kosten bei erstmaligem Verstoß: 495 Euro, dazu kommen Verwaltungsstrafen und Führerscheinentzug), insgesamt 334 Personen mussten zudem zur verkehrspsychologischen Untersuchung ("Idioten-Test"), die natürlich noch weitere Kosten nach sich zieht.

"Viele fühlen sich in der Opferrolle"
Manchen Betroffenen ist das eine Lehre - sie sind froh, wenn sie niemanden verletzt und kein Menschenleben am Gewissen haben. "Aber viele fühlen sich in der Opferrolle und sagen, dass sie eigentlich nichts trinken. Sie glauben, dass sie völlig unschuldig dazu gekommen sind", weiß Sabine Neumüller aus Erfahrung.

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