Mi, 13. Dezember 2017

8 Jahre nach Drama

19.05.2011 08:57

Ex-Sahara-Geisel will durch die größte Wüste der Welt

Einmal in der Wüste, immer in den Dünen unterwegs: Das gilt auch für den 69-jährigen Gerhard Wintersteller (Bild), der 2003 mit elf Salzburgern 53 Tage in der Gewalt algerischer Banditen war. Doch wie für alle anderen Abenteurer auch, ist Nordafrika längst zum Sperrgebiet geworden. Jetzt weicht der Salzburger deshalb nach Saudi-Arabien aus und durchquert die Rub-al-Khali, die größte Wüste der Welt.

Vor fast exakt acht Jahren, am 14. Mai 2003, landete die Boeing 737 mit den befreiten Sahara-Geiseln am Salzburger Flughafen. Unter ihnen auch Gerhard Wintersteller, wie alle anderen, die in der algerischen Wüste gefangen genommen wurden, 15 Kilo leichter als zum Beginn seiner Reise. Weil es ja in der Gefangenschaft nur Datteln, Fladenbrot und brackiges Wasser gab.

Nordafrika fällt als Zielgebiet aus
"Seitdem war ich nur noch zwei Mal in Tunesien und einmal in Marokko. Doch selbst das ist jetzt zu gefährlich", sagt der "Wüstenfuchs": Misrata, wo sich zuletzt die libyschen Aufständischen mit den Gadafi-Milizen heftige Gefechte lieferten, kennt er gut: "Es war ein nettes, idyllisches Städtchen, so wie etwa Sfax in Tunesien, das ja viele Touristen kennen."

Gerhard Wintersteller glaubt, dass ganz Nordafrika durch die politischen Umstürze für viele Jahre als Zielgebiet für Wüsten-Fans ausfällt: "Es gibt ja in vielen Bereichen keine funktionierende Polizei-Macht mehr. Und bei den Umstürzen haben sich viele bewaffnet. Man kann nirgends mehr sicher sein, dass nicht plötzlich eine Horde mit Maschinenpistolen am Straßenrand auftaucht."

Mit Geländewagen zweimal Dakar-Route nachgefahren
Insider berichten auch, dass selbst im südlichen Marokko Überfälle auf Touristen enorm zunehmen. Wintersteller ist deshalb in den letzten Jahren nach Südamerika ausgewichen: "Ich bin zwei Mal mit dem Geländewagen exakt die Dakar-Route in Chile und Argentinien nachgefahren." Quer durch die Atacama-Wüste und zwar ohne Probleme, nur mit vielen Reifenschäden

Nicht einmal der Umstand, dass er bei einer Alaska-Tour beim Autowaschen vom Dach seines Geländewagens fiel und danach mit einem Schädelbruch zwei Wochen lang in der Christian-Doppler-Klinik lag, hält ihn von weiteren Abenteuern ab. Mit seiner Frau Gerda und Freunden wird er in 14 Tagen wieder in der Wüste unterwegs sein. Wintersteller: "Mein Rubicon-Jeep und die anderen Autos werden von Triest aus in den Oman verschifft. Von dort aus starten wir dann unsere große Tour."

Letzte Tour geht durch größte Sandwüste der Welt
Und zwar durch die Rub-al-Khali, die größte Sandwüste der Welt: "Mit scharfen und extremen Dünen", weiß Wintersteller: "Weitgehend ohne Pisten, da muss man beim Navigieren durchaus ziemlich aufpassen." Vom Oman geht es in Richtung Westen, "um den Jemen machen wir aber einen großen Bogen", sagt der "Wüstenfuchs". Denn auch dort sind Entführungen an der Tagesordnung.

Nach sieben Tagen wollen die Salzburger wieder zurück im Oman sein. "Es wird meine letzte große Tour", so Wintersteller: "Aber die Rub-al-Khali fehlt einfach noch in meiner Sammlung."

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