Fr, 24. November 2017

Bumerangspiel

15.05.2011 17:18

„Illegale“ nach neun Tagen wieder aufgegriffen

Ein fröhliches Ringelspiel auf Kosten von Steuerzahlern und auf dem Rücken erpresster Flüchtlinge veranstalten Schlepperbanden auch in Oberösterreich. Jetzt sind auf der Innkreisautobahn neuerlich Kurden erwischt worden, die erst neun Tage zuvor im Innviertel aufgegriffen und per Flugzeug in ihre türkische Heimat zurückgeschickt worden waren. Dem angezeigten Schlepper aber kann vermutlich nichts nachgewiesen werden.

"Das waren nur Autostopper, die in ein Stadtzentrum wollten!" Mit Hilfsbereitschaft tarnt sich jener deutsche Türke (41), der die drei Kurden im Alter von 22, 25 und 31 Jahren im Auto hatte, als er bei Wels gestoppt wurde.

Wie sich jedoch herausstellte, waren die beiden älteren Fahrgäste erst vor neun Tagen in Schärding geschnappt und via Wien per Flugzeug in die Türkei abgeschoben worden. Auf die Frage, warum sie jetzt schon wieder da sind, kam die Antwort: "Wir haben uns in der Türkei in einen Lastwagen gesetzt, dann bekamen wir Tabletten und sind erst in Wien wieder aufgewacht. Dann haben wir Auto gestoppt."

Dass der Türke sie aber nur zufällig mitnahm, glaubt niemand – er wird auch angezeigt, kommt aber vermutlich straffrei davon. Er hat zuvor nicht mit den Geschleppten telefoniert und deshalb ist ihm nichts nachweisbar. Er durfte weiterfahren, die Kurden werden wieder abgeschoben. Sie sind vermutlich aber schon sehr bald wieder da.

Wer erwischt wird, versucht es gleich wieder
Für die Ermittler wird es immer schwieriger, den kriminellen Schleppern etwas nachzuweisen. Ihre "Kundschaft" erzählt meist irgendwelche Geschichten – nur nicht, dass sie bis zu 4.000 Euro pro Kopf zahlen, um ins "gelobte Land" gebracht zu werden. Die meisten haben eine "Erfolgsgarantie": Werden sie erwischt und zurückgeflogen, steigen sie in den nächsten Transport Richtung Westen, kommen wie ein Bumerang zurück – in der Hoffnung, doch irgendwie einreisen zu können.

von Markus Schütz, "OÖ Krone"

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