So, 22. Oktober 2017

Kokain verscherbelt

14.05.2011 18:32

Dealer war schon 1984 als Räuber aktiv – Anklage

Anklage hat die Staatsanwaltschaft Salzburg jetzt gegen einen Hausmeister aus dem Oberpinzgau erhoben: Der 57-Jährige soll zwischen 2004 und 2010 1,1 Kilo Kokain an Süchtige verkauft haben. Für Schlagzeilen sorgte er bereits 1984: Damals raubte er einem verdeckten Ermittler der deutschen Polizei 700.000 D-Mark.

Es war am 19. Juni 1984 im "Holiday Inn" in Hannover: Wolfgang H. und ein jugoslawischer Komplize lockten einen als Kokain-Dealer getarnten Kriminalisten in ihr Hotelzimmer, bedrohten ihn mit Gaspistolen und raubten ihm einen Koffer mit 700.000 D-Mark (umgerechnet rund 350.000 Euro). Die Affäre forderte damals indirekt auch zwei Todesopfer: Ein Vorgesetzter des verdeckten Fahnders erlitt vor Aufregung einen Herzinfarkt, der Vater von Wolfgang H. stürzte sich aus dem dritten Stock seines Hauses.

1985 wurde der Pinzgauer zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. Bis heute haben sich insgesamt fünf Eintragungen in seinem Strafregister angesammelt. Und bald könnte eine neue Verurteilung dazukommen.

1,1 Kilogramm Kokain sichergestellt
Am 20. Dezember 2010 stellten Fahnder in seiner Wohnung 110 Gramm Kokain sicher. "Das ist nur für den Eigengebrauch", sagte der Verdächtige. Doch Kriminalisten vermuten, dass er seit 2004 rund 1,1 Kilo der Droge verkauft hat. Bezogen soll er das Kokain von einer Frau auf den Philippinen haben. An sie hat er allein 2010 49.000 Euro überwiesen.

Kurt Jelinek, der Verteidiger von Wolfgang H., stellte sich am Samstag im "Krone"-Gespräch voll vor seinen Mandanten: "Der Überfall in den 80er-Jahren, das ist schon Geschichte. Und für die jetzigen Vorwürfe gibt es keine Beweise. Die Anklage beruht nur auf Mutmaßungen." Ein Schöffengericht wird das Urteil fällen.

von Manfred Heininger, Kronen Zeitung

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