Do, 14. Dezember 2017

Stiftung klagt Graf

13.05.2011 16:45

Schloss Parz "zu teuer" verkauft: 250.000-€-Anzeige

Verdacht des schweren Betrugs, der Veruntreuung und der Untreue - zweieinhalb Jahre nachdem er Landschloss Parz verkauft hat, hat Graf Georg Spiegelfeld (53) die Polizei im Haus. Der Käufer, die Messerschmitt-Stiftung, behauptet, der Unternehmer und ÖVP-Politiker habe 250.000 Euro zu viel kassiert.

Im Oktober 2008 wurde der Kaufvertag unterschrieben, jetzt gibt's adeligen Zores. Dr. Hans Heinrich von Srbik, Vorsitzender der Willy-Messerschmitt-Stiftung in Vaduz, glaubt, übers Ohr gehauen worden zu sein.

Grund, auf dem man einen Parkplatz errichten wollte, sei unbebaubar, da früher hier eine Deponie war. Der Dachstuhl habe schwere Baumängel, die verschwiegen worden seien. Ein weiteres Grundstück, für das ein Vorkaufsrecht eingeräumt wurde, sei für andere Interessenten reserviert.

Und bei der Renovierung des Festsaals seien 5.100 Arbeitsstunden verrechnet worden - laut einem Gutachten wären maximal 1.500 Stunden nötig gewesen. "In diesem Punkt wurde von einem Sachverständigen ein Schaden von 160.000 Euro errechnet", bestätigt Anwalt Dr. Klaus Holter aus Grieskirchen, der die Messerschmitt-Stiftung, die größte private deutsche Denkmalschutzorgansiaton, vertritt.

"Dicke Strafanzeige"
Inzwischen wurde das Landeskriminalamt von der Staatsanwaltschaft Wels mit den Ermittlungen betraut. "Ich habe eine dicke Strafanzeige in Händen. Für mich ist das ein Luftgebäude. Aber ich will den Ermittlern nicht vorgreifen, werde natürlich alle Unterlagen zur Verfügung stellen", so Dr. Georg Graf Spiegelfeld aus Schlüßlberg, für den die Unschuldsvermutung gilt.

Der Unternehmer und ÖVP-Politiker, der von 2003 bis 2010 im Bundesrat saß, hatte 1985 das Schloss gekauft, um es vorm Verfall zu retten.

von Markus Schütz, "OÖ Krone"

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden