Mi, 22. November 2017

Liebe zum Handy

13.05.2011 14:06

Jeder 2. private Haushalt hat kein Festnetz mehr

Einer neuen Befragung zufolge lässt das Handy den Festnetzanschluss in Österreich langsam aussterben: Vor sechs Jahren hatten mehr als drei Viertel der heimischen Haushalte noch einen Festnetzanschluss, mittlerweile nur mehr jeder zweite. Bei Handytarifen dominieren Pauschalangebote, der SMS-Versand ist weiterhin auf dem Vormarsch. Wohl größtes Ärgernis für Mobilfunkkunden sind Schockrechnungen für mobiles Internet.

Das IFES hat im Auftrag der Telekom-Regulierungsbehörde RTR rund 2.000 Haushalte und 1.000 Unternehmen befragt. Nur einen fixen Telefonanschluss, aber kein Handy haben demnach lediglich sechs Prozent. In einem von 100 heimischen Haushalten darf man sich über völlige Stille freuen - dort läutet weder das Festnetztelefon noch das Mobilfunkgerät, geht aus einer neuen Studie hervor.

Außerdem hat sich herausgestellt, dass das Einkommen direkt mit der Entscheidung für Handy und/oder Festnetz zusammenhängt. Je höher der Verdienst, desto höher ist auch der Anteil der Haushalte, die fix wie mobil telefonieren. Bei Haushalten mit einem Einkommen unter 1.000 Euro im Monat haben hingegen 60 Prozent nur noch ein Handy.

Deutlich steigend ist die Zahl der Unternehmen, die sich vom fixen Anschluss verabschieden - wenn auch auf niedrigem Niveau. Im Vorjahr hatten 3,6 Prozent das Festnetz entsorgt, heuer waren es bereits 11,8 Prozent. Beachtlich ist auch, dass 9,1 Prozent der Firmen keine Handys besitzen.

Pauschalangebote am beliebtesten, immer mehr SMS
Fast zwei Drittel aller genutzten Handytarife sind mittlerweile Pauschalangebote, im Schnitt geben die Österreicher eigenen Angaben zufolge 22 Euro pro Monat fürs Telefonieren aus - die Eigenangaben der Mobilfunkanbieter liegen allerdings deutlich höher. Weiterhin steigend ist der Versand von SMS, alleine im vierten Quartal 2010 wurden 1,8 Milliarden Kurznachrichten verschickt. Gleichzeitig wird eine Spur weniger per Handy gesprochen.

Ende für Schmalband-Internet, Verweigerer bleiben hart
Endgültig Geschichte ist das Schmalband-Internet. Nur noch 1,2 Prozent der Befragten nutzen es. 73 Prozent der Haushalte verfügen mittlerweile über einen Onlineanschluss, 34 Prozent haben mobiles Internet. Immerhin 9 Prozent gaben an, sich einen Laptop oder ein Netbook gekauft zu haben, weil es "cool/trendig" ist. Auffällig ist die hohe Zahl der Internetverweigerer: 84 Prozent der Haushalte, die offline sind, wollen das auch im nächsten Jahr bleiben.

Weiterhin Probleme mit Rechnungen für mobiles Internet
Noch immer Realítät sind Schockrechnungen bei der Nutzung von mobilem Internet in Österreich. Hier gibt es eine "riesige Zahl mit teilweise sehr hohen Beträgen", kritisiert RTR-Chef Georg Serentschy. Er fordert die Mobilfunkbetreiber dringend auf, die gleichen Schutzmechanismen einzubauen wie beim Datenroaming - sprich eine Verständigung der Nutzer wenn sie dabei sind, das Limit des Datenangebotes zu überschreiten und dann die sehr teuren "out of the bundle"-Tarife zahlen müssen. Sollten die Betreiber nicht einlenken, dann werde die Behörde den Spielraum nützen, den die geplante Telekom-Novelle dann biete. Orange hat auf die anhaltende Kritik an den Mobilfunkanbietern bereits reagiert und angekündigt, das Datenlimit abzuschaffen (siehe Infobox).

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