Sa, 25. November 2017

Gemeinde überrascht

12.05.2011 11:31

Saalfelden: Ampeln statt Umfahrung kosten weniger

Paukenschlag in Saalfelden: Die Pinzgauer Stadt will seit Jahren eine Umfahrung, Pläne liegen vor – doch am Mittwoch legte Landes-Vize Wilfried Haslauer der Gemeinde eine völlig neue Variante vor. Keine Umfahrung, statt dessen Pförtnerampeln und Ausbau der Kreisverkehre. Die Folgen wären fast dieselben, die Kosten allerdings nur ein Viertel.

Rund 40 Millionen Euro – so teuer wäre die Saalfeldner Umfahrung. In der Nähe des Schörhofs sollte sie abzweigen, durch die Urslau führen und im Süden der Stadt wieder in die Bundesstraße einmünden. "Horrende Kosten, und es werden große bisher unberührte Flächen zerstört", rechnet Haslauer als Verkehrsreferent im Land.

Der VP-Boss überraschte Mittwoch in Saalfelden mit einer völlig neuen Lösung. Statt der Umfahrung soll es sogenannte Pförtnerampeln geben – "das System hat sich in Eugendorf bewährt und dort den Stau aufgelöst", erklärt Haslauer. Im Stadtgebiet müssten zwei Kreisverkehre ausgebaut werden. Bei Staugefahr regeln dann die Ampeln den Verkehr.

Landschaftszerstörung wegen vier Minuten Ersparnis
Haslauer: "Unsere Experten haben alles für extreme Tage durchgerechnet – wenn im Winter am Wochenende die Urlauber wechseln." Das Ergebnis: Die neue Umfahrung bringt an diesen Tagen eine Zeitersparnis von zwölf Minuten, die Ampeln schaffen eine Verbesserung von fast acht Minuten.

"Für vier Minuten Ersparnis müssten wir große Landschafts-Zerstörung hinnehmen. Und enorme Mehrkosten", weiß Haslauer. Denn die Lösung mit Pförtnerampeln kostet nur zehn Millionen Euro – also gerade ein Viertel der Umfahrung.

Umsetzung nächstes Jahr möglich
Im Gegenzug bietet das Land eine Verkehrsberuhigung im Zentrum von Saalfelden an und eine verbesserte Durchfahrt nach Maria Alm. "Und es gibt ein Paket für den öffentlichen Verkehr im Pinzgau", sagt Haslauer. 20-Minuten-Takt mit Autobussen zwischen Zell am See und Saalfelden, direkte Busse von Kaprun bis Leogang, dazu bessere Zugverbindungen und eine Bahnhaltestelle in Schüttdorf. "Großer Vorteil ist: Weil die Kosten geringer sind, kann diese Ampellösung samt Maßnahmen 2012 umgesetzt werden", ist Haslauer überzeugt.

Die Saalfeldner waren total überrumpelt: "Das müssen wir uns genau anschauen und gut überlegen", meinte SP-Stadtrat Helmut Hinterseer nach der Präsentation: "Eine Entscheidung soll bis Ende des Sommers fallen." VP-Vize Wolfgang Griessner: "Auf den ersten Blick bin ich beeindruckt, die Ampellösung sieht gut aus."

von Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung
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