Di, 21. November 2017

Zeugin sah Rangelei

11.05.2011 18:20

Raubüberfall als Szenario rund um Mord an Serbin

Nach dem Mord an einer 38-jährigen Serbin in Salzburg haben die Ermittler einen ersten konkreten Anhaltspunkt: Denn jene Radfahrerin, die den Täter am Montagabend davonrennen sah, hat sich inzwischen bei der Polizei gemeldet. Ihren Beobachtungen zufolge wollte der unbekannte Mann der Serbin die Handtasche entreißen. Es entwickelte sich eine Rauferei. Die 38-Jährige habe zwar den Kampf gewonnen und die Handtasche behalten, sei aber zu Boden gegangen und habe um Hilfe geschrien, erklärte Oberst Josef Holzberger vom Landeskriminalamt Salzburg.

Aufgrund dieser Angaben gehen die Ermittler nun von einem versuchten Raub aus, der tödlich endete. Zugetragen hatte sich die Rauferei zwischen dem Unbekannten und der kinderlosen Angestellten laut Angaben der Zeugin nur wenige Meter vom "Elmo-Café" entfernt auf einem Gehsteig.

Die Zeugin selbst fuhr zur Tatzeit gerade von ihrer Arbeitsstelle nach Hause und radelte durch das Nelböckviadukt die St.-Julien-Straße entlang in Richtung Lehener Brücke. Kurz vor der Brücke, auf Höhe einer Bushaltestelle, hörte sie die Hilfeschreie der Serbin, hielt an, schob das Fahrrad etwas zurück und beobachtete die Szene. Als sie sah, dass sich das Opfer in Richtung Café schleppte und Männer aus dem Lokal zu Hilfe eilten, rief sie "Da rennt er" und zeigte in Richtung Bergheimer-Straße. Dann setzte sie die Heimfahrt fort.

Zeugin meldete sich erst am Mittwoch
Die Ermittler zeigten sich erleichtert, dass sich die Radfahrerin gemeldet hat. Sie hatte erst am Mittwoch in der Zeitung gelesen, dass sie von der Polizei über einen Medienaufruf gebeten wurde, eine Aussage zu machen. "Wir sind froh über jeden Hinweis, er wird absolut vertraulich behandelt", sagte Oberst Holzberger. Leider sei die Täterbeschreibung mehr als dürftig gewesen. "Der Mann war etwa gleich groß wie das Opfer, dunkel bekleidet und trug keine Kopfbedeckung."

An die Haarfarbe konnte sich die Zeugin nicht mehr erinnern. Der Mann habe einen Gegenstand in der Hand gehalten, erzählte sie den Kriminalbeamten. Dabei handelte es sich vermutlich um die Tatwaffe. Die Handtasche der 38-Jährigen wurde sichergestellt, es dürfte sich noch Geld darin befunden haben. An jener Stelle, wo der Kampf um die Handtasche zwischen den beiden stattgefunden hatte, wurde auch eine Kette des Opfers samt einem "Tiger"-Anhänger gefunden. Möglicherweise hat der Täter der Frau auch gezielt aufgelauert. Es sei bekannt gewesen, dass sie gerne Schmuck getragen und Geld bei sich hatte, sagte der Oberst. "Die Frau war auch sehr beliebt bei den Menschen, die sie gekannt haben."

Die Suche nach dem abgebrochenen Messerteil wurde am Mittwochnachmittag eingestellt, auch Polizeischüler hatten sich daran beteiligt. "Wer den Messer-Griff findet, soll sich beim Landeskriminalamt unter der Telefonnummer 059133/50-3333 melden", bittet Holzberger die Bevölkerung um Mithilfe.

Polizei bittet um Hinweise zu Fahrrad
Zurzeit des Mordes wurde in unmittelbarer Nähe zum Tatort ein Herrenfahrrad der Marke "CYCO" an der St.-Julien-Straße gefunden. "Es besteht der Verdacht, dass es sich dabei um das Fahrrad des Täters handelt oder von diesem gestohlen wurde", teilte die Polizei am Mittwochnachmittag mit. Die Ermittler ersuchen nun um Hinweise, wem das Fahrrad gehört. Wer Angaben über das grau-silberfarbene "CYCO"-Fahrrad machen kann, solle sich bei der Polizei melden. Das Rad verfügt über eine 7-Gang-Schaltung (Shimano Nexus) und eine TGS-Federgabel. Das Licht ist defekt, es wurde ohne Schutzglas und ohne Leuchtkörper vorgefunden. Das Rad ist zudem mit einem Nabendynamo und einem Gepäcksträger sowie einem Sitz der Marke "Selle Royal" ausgestattet und hat die Fahrradnummer 031049211.

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