Fr, 20. Oktober 2017

Schmerzensgeld

10.05.2011 18:13

2.000 Euro wegen zu langer Wartezeit auf Operation

Erst musste Roman J. Bares für den raschen Röntgentermin hinblättern. Dann wurde der Leidgeplagte im Krankenhaus Mödling erst nach einer Beschwerde beim Direktor zügig weiterbehandelt. Jetzt sprach die Ärztekammer dem Patienten 2.000 Euro Schmerzensgeld zu.

Verdacht auf Muskelriss – mit dieser Diagnose hatten Ärzte des Spitals in Mödling den Taxler aus Brunn am Gebirge heimgeschickt. Das rasch benötigte Spezialröntgen kostete Roman R. 240 Euro: "Denn als Privatpatient musste ich nur drei Tage statt drei Wochen warten." Trotz Schmerzen verzögerte sich die weitere Behandlung im Krankenhaus, bis R. der Kragen platzte. Per E-Mail klagte er dem Direktor sein Leid – und wurde prompt am nächsten Tag operiert.

R. erstattete Anzeige beim Patientenanwalt. Ein Gutachter bescheinigte dem Spital jedoch fehlerfreies Handeln. "In dem Schreiben war nur mein Name richtig, alles andere völlig verdreht", ist R. empört. Der Patientenanwalt schaltete die Ärztekammer ein. Deren Schiedsgericht ließ den Fall neuerlich prüfen. Und diese Expertise fiel deutlich anders aus: Raschere Kontrolle und ein früherer OP-Termin auch ohne Intervention des Klinikchefs wären nötig gewesen. R.: "Spitalsvertreter gaben zu, dass Fehler passiert waren." Das Urteil: 2.000 Euro als Schmerzensgeld und Ersatz für das "Privatröntgen".

von Christoph Weisgram, Kronen Zeitung
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