Mo, 20. November 2017

Engpass droht

09.05.2011 08:54

Zahnärzte haben kein Interesse an Vertrag mit Kasse

Die Zahnärzte in Salzburg schlagen Alarm – denn viele Mediziner haben gehörige Probleme, Nachfolger für ihre Praxis zu finden, wenn sie sich zur Ruhe setzen. Kassenverträge sind unattraktiv – die Vergabe dauert oft ein Jahr. Fünf Kassenstellen sind derzeit für Zahnärzte im gesamten Land Salzburg ausgeschrieben. Zwei von ihnen bereits zum zweiten Mal, weil sich im ersten Anlauf kein Bewerber fand. Für die Patienten bedeutet das deutliche Nachteile.

Am geringsten ist übrigens das Interesse an einer Stelle an der Alpenstraße in Salzburg: Da wird seit dem 17. März des Vorjahres ein Zahnmediziner gesucht, der diese Stelle übernehmen möchte. Erwin Senoner, Präsident der Salzburger Zahnärzte, hat diese Zahlen vorgelegt und schlägt nun Alarm: "Die Kassenverträge stammen aus den 50er-Jahren des vorigen Jahrhunderts und sind teilweise einer modernen Zahnmedizin hinderlich – die Tarife, die von der Gebietskrankenkasse bezahlt werden, sind oft nicht einmal kostendeckend", weiß der Kammer-Präsident.

Junge Zahnmediziner scheuen eigene Praxis
Deutliche Nachteile bedeutet das für die Patienten. Wer zeitgemäße Behandlung haben will, muss privat dazuzahlen, weil die Kassentarife nicht ausreichend sind. Die Lage wird noch verschärft, weil viele junge Zahnmediziner die Gründung einer eigenen Praxis scheuen. Damit sind Nachfolger für die Stellen noch schwerer zu finden – und zu allem Überfluss ist im Hauptverband der Sozialversicherungen geplant, dass Zahnärzte nur bis zum 70. Geburtstag Kassenverträge haben sollen.

Dann droht ein Engpass für die Patienten, fürchtet VP-Klubchefin Gerlinde Rogatsch. Sie regt Verbesserungen an: Für die Eröffnung einer Praxis könnte es Unterstützung bei der Basisausstattung geben, auch ein attraktiveres Tarifsystem wäre gut, um die zahnärztliche Versorgung zu sichern.

von Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung

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