Sa, 18. November 2017

Wodka-Exzess

08.05.2011 13:10

13-jähriger Bub lag bewusstlos vor Volksschule

Nur zwei Tage nachdem in der Steiermark ein Zehnjähriger einen Wodka-Exzess überlebt hat, ist am Samstagabend in Salzburg ein 13-jähriger Bub volltrunken auf dem Parkplatz vor einer Volksschule entdeckt worden. Der Teenager - er war mit 2,1 Promille bewusstlos zusammengebrochen - musste mit dem Hubschrauber ins Salzburger Kinderspital gebracht werden, sein Zustand war lebensbedrohlich.

Eine Betreuerin des Jugendwohnheimes "U-Turn" in Obertrum im Flachgau, in dem der Teenager zuletzt wohnte, habe am Samstag gegen 19 Uhr die Rettung alarmiert, sagte ein Polizist. Der Zustand des Buben sei zu diesem Zeitpunkt lebensbedrohend gewesen, zitierte die Sprecherin der Landeskliniken, Beate Erfurth, Ärzte der Kinderintensivstation. "Er war bewusstlos, zeigte keine Reflexe und hätte ersticken können, falls er erbrochen hätte", hieß es.

Bewusstsein auf dem Weg ins Spital verloren
Nach der Erstversorgung durch das Rote Kreuz vor Ort und der Kontaktaufnahme mit den Erziehungsberechtigten sollte der 13-Jährige eigentlich mit dem Rettungswagen ins Kinderspital nach Salzburg gebracht werden. Da der Bub aber nach kurzer Fahrtstrecke das Bewusstsein verlor und auch auf keine Schmerzreize mehr reagierte, wurde der Rettungshubschrauber Christophorus 6 angefordert. Dieser brachte den Minderjährigen dann ins Kinderspital, wo er umgehend auf der Intensivstation behandelt wurde. Nach der Einlieferung wurden dem jungen Patienten eine Infusionstherapie verabreicht und der Magen ausgepumpt.

Laut Stationsleiterin Sigrid Ofner müssen im Kinderspital etwa einmal pro Monat alkoholisierte Minderjährige bis zu einem Alter von 16 Jahren intensivmedizinisch behandelt werden. Die Ärzte würden schon vor den ganzen Maifesten und Sommerfesten zittern, weil mit weiteren schweren Fällen von Alkoholmissbrauch von Jugendlichen zu rechnen sei, sagte Krankenhaussprecherin Erfurth.

Bub außer Lebensgefahr - Wodka von 16-Jährigem
Am Sonntagvormittag war der Bub nach der intensivmedizinischen Behandlung körperlich wieder wohlauf. "Er ist bei Bewusstsein und wird heute auf die Normalstation verlegt. Es geht ihm gut", informierte Erfurth. Der Teenager, der aus schwierigen Familienverhältnissen stammen soll, müsse weiterhin im Kinderspital bleiben, weil er noch psychologisch betreut werde. Ersten Ermittlungen der Polizei zufolge war der 13-Jährige mit mehreren Jugendlichen im Ort unterwegs gewesen.

Von dieser Information ausgehend forschten die Beamten im Laufe des Tages einen 16-Jährigen aus der Stadt Salzburg aus, der eine Flasche Wodka besorgt haben soll. Der 13-Jährige habe mindestens drei Viertel des Flascheninhaltes auf dem Parkplatz getrunken und nach kurzer Zeit das Bewusstsein verloren. Der strafmündige 16-Jährige wird nun bei der Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung angezeigt – auch weil er selbst von dem Wodka getrunken haben dürfte, wie es seitens der Polizei hieß. Der Konsum von "branntweinhaltigen Getränken" ist nach dem Salzburger Jugendschutzgesetz aber erst ab 18 Jahren erlaubt. Für Jugendliche unter 16 Jahren ist der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit oder in Lokalen generell verboten.

"U-Turn"-Sprecher: "Situation war nicht unkritisch"
Wie es zu dem Alkoholmissbrauch kommen konnte, wird am Montag in einer Krisensitzung mit den Betreuern und der Hausleitung von "U-Turn" analysiert, sagte Markus Manzinger, Sprecher vom "U-Turn"-Trägerverein "Rettet das Kind". "Ich weiß noch nicht genau, was vorgefallen ist. Die Situation war nicht unkritisch. Ich bin erleichtert, dass es noch gut ausgegangen ist. Der Schüler hatte am Abend frei und normalen Ausgang. Wir sind ja eine Wohngemeinschaft, keine geschlossene Einrichtung. Natürlich dürfen sie raus, die meisten können auch damit gut umgehen", so Manzinger. Die Jugendlichen müssten lernen, sich im Rahmen der Gesetze zu verhalten.

Erst am Donnerstag hatte in der Steiermark ein zehnjähriger Schüler eine 0,7-Liter-Flasche eines Wodka-Likörs mit 20 Prozent Alkoholgehalt auf einem Spielplatz im Bezirk Graz-Umgebung geleert. Er wollte noch mit dem Fahrrad nach Hause fahren, schaffte das aber nicht mehr und blieb regungslos am Boden liegen. Passanten verständigten die Rettung, der Zehnjährige ist wieder wohlauf.

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