Mo, 23. Oktober 2017

Freund getötet

04.05.2011 17:55

Freispruch für Alkolenker – durch Gutachten entlastet

Familie und Freundin trauern noch immer um den 19-Jährigen, der im Vorjahr am Heimweg von einer Party von einem Freund mit dem Auto angefahren und getötet worden ist. Das Oberlandesgericht Linz sprach den beim Unfall stark alkoholisierten Lenker (20) frei. Ausschlaggebend für das Urteil war ein entlastendes Gutachten.

Der tödliche Unfall geschah im Juni 2010 in Goldwörth. Im Jänner musste sich der Alko-Lenker in Linz wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen vor Gericht verantworten. Dabei kam auch die Freundin des Opfers zu Wort, in deren Armen der junge Mann gestorben war.

Sie sagte aus, dass sie mit ihrem Freund am äußerst rechten Rand der Straße gegangen sei. Und widersprach damit der Verantwortung des Angeklagten, der Mitglied in einem "Trinkverein" der örtlichen Jugend ist: "Julian hat einen Schritt auf die Straße gemacht, ich glaube er wollte mich aufhalten, damit er mitfahren kann."

Gutachten stützt Aussage des Lenkers
Das Urteil lautete im Jänner vier Monate Haft und acht Monate bedingt. Richter Walter Eichinger stellte dem Jugendlichen sogar Hafterleichterung in Aussicht, wenn er sich an einem Projekt für Alko-Lenker beteiligt. Immerhin wurden bei ihm nach dem Unfall fast zwei Promille gemessen.

Doch der Angeklagte ging in die Berufung. Dass diese nun erfolgreich war, liegt am kraftfahrtechnischen Gutachten. Dieses errechnete die Anstossstelle 1,3 Meter vom Fahrbahnrand entfernt – und stützt damit die Aussage des Lenkers. Freispruch, wenn auch "im Zweifel". Die Familie des getöteten Burschen will nun neue Beweise suchen und damit eine Wiederaufnahme des Verfahrens anstreben.

Kronen Zeitung

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