So, 19. November 2017

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02.05.2011 11:07

Ortungsdaten für Google laut E-Mails „extrem wertvoll“

Dass Apples iPhone und das iPad ortsbezogene Informationen ihrer Nutzer speichern, hat viele Kunden verärgert und empört. Der kalifornische Konzern ist mit seiner "Daten-Sammelleidenschaft" jedoch nicht allein: Neben Microsofts Windows Phone 7 speichern auch Geräte mit Googles Android die Ortsdaten ihrer Nutzer. Wie wichtig und wertvoll diese Informationen für den Suchmaschinenkonzern sind, belegen jetzt veröffentlichte E-Mails aus der Google-Führungsetage.

Die Aufregung war groß, als Motorola gegenüber Google im vergangenen Jahr ankündigte, nicht die Ortungsfunktion der Google-Plattform Android, sondern jene des US-Anbieters Skyhook nutzen zu wollen. In einer E-Mail an Android-Chef Andy Rubin brachte Google-Mitbegründer Larry Page seine Besorgnis angesichts dieses Vorhabens zum Ausdruck – nicht ohne Grund, denn die Ortungsdaten der Millionen Nutzer sind für den Suchmaschinenkonzern von großem Wert, wie ein "Mercury News" vorliegender E-Mail-Verkehr belegt.

Daten "extrem wertvoll" für Google
"Ich kann gar nicht oft genug betonen, wie wichtig die WiFi-Ortungsdaten für Android und unsere mobile Produktstrategie sind", antwortete Steve Lee, bei Google für die Ortungsdienste verantwortlich, an Page. Motorolas Entscheidung dürfe man keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen, denn um die Ortungsdienste aufrechtzuerhalten und zu verbessern, sei das Sammeln der Standortdaten notwendig. Auch Rubin erklärte, wie "extrem wertvoll" diese Daten für Google sind – schließlich lassen sich mit Hilfe der Ortungsdaten nicht nur die Suchergebnisse verbessern, sondern vor allem auch die Werbeeinschaltungen gezielter platzieren.

Anhörung vor US-Kongress
Dass sich Motorola – nach entsprechender Überzeugungsarbeit von Google – schlussendlich doch für die Android'sche Ortungsfunktion entschied, bescherte dem Suchmaschinenriesen vergangenen Herbst eine Klage von Skyhook. Google droht indes jedoch noch viel größerer Ärger: In einer für 10. Mai anberaumten Anhörung muss der Konzern dem US-Kongress zur Erhebung und Speicherung von Ortsdaten auf mobilen Geräten Rede und Antwort stehen.

Google: "Speicherung optional"
Wohl um die Gemüter der Nutzer zu besänftigen, hatte Google bereits vergangene Woche in einem offiziellen Statement mitgeteilt, dass sämtliche Ortsdaten anonymisiert und nur nach ausdrücklicher Zustimmung durch den Nutzer gespeichert werden. Die Informationen könnten nicht dazu verwendet werden, einzelne Nutzer zu verfolgen, sagte Google und betonte zugleich, dass Nutzer ihre Einstimmung zur Ortsdaten-Speicherung jederzeit widerrufen können.

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