Mo, 21. Mai 2018

Tiere im Ministerium

30.04.2011 18:59

Beamtin zieht mit Tötungsplan gegen Enten zu Felde

Es liest sich wie ein schlechter Horror-(Tier-)Roman – und ist doch grausame, herzlose Realität. Ausgerechnet im Gesundheitsministerium, das auch für die Tierschutzagenden verantwortlich ist, wird zur Tötung einer dort im Innenhof lebenden Entenfamilie aufgerufen. Zunächst wurde der Vogelmutter – auf Beamtenbeschluss – jedes schützende Nest genommen. Jetzt sollen ihre schlüpfbereiten Küken durch eine Todesspritze in den Dottersack getötet werden.

Sie waren und sind die Lieblinge der allermeisten Ministeriums-Mitarbeiter. "Der Mama und ihren Babys zuzusehen hat uns ein Stück verlorener Natur in die graue Stadt gebracht. Jetzt sollen weitere Küken wie Ungeziefer vertilgt werden", schildert eine Beamtin.

Doch eine Magistra Doktor (Name der Redaktion bekannt) sieht das offenbar anders. In einem erschreckenden, herzlosen Schreiben, das der "Krone" vorliegt, ruft die Mitarbeiterin von Minister Alois Stöger in grausamen Details zur Vernichtung der Brut auf. Schritt eins des Plans, der wohl nur einem eiskalten Bürokraten einfallen kann: jegliches Grün im Innenhof des Ministeriumsgebäudes nebst der Wienfluss-Donaukanal-Mündung in der Radetzkystraße roden. Und der Entenmutter damit jedes schützende Nest rauben.

"Nehmt dem Vogel die Eier weg"
Doch die Akademikerin hat noch mehr im Sinne. Denn durch die Vernichtung aller Flora sollen alle Enteneier entdeckt und die Jungen sogleich in ihrem Dottersack mittels Giftspritze hingerichtet werden. "...die allfällig gefundenen Bruteier in die Abt. II/B/11 zu bringen, wo sie von der Kollegin durch fachgerechtes Injizieren entsprechender Mittel in den Dottersack getötet werden können", so der genaue Wortlaut ihrer Tötungsanleitung.

Zudem will die Beamtin offenbar "alle Mitarbeiter des Hauses" zur Entenjagd animieren und treibt zur Eile an: "Denn die Vögel haben bereits mit dem Brüten begonnen." Ihr perfider Aufruf: "Nehmt dem Vogel die Eier weg – und schiebt ihm Gips-, Kalk oder Plastikeier unter."

von Mark Perry, Oliver Papacek (Kronen Zeitung) und krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden