Fr, 24. November 2017

In Klosterneuburg

28.04.2011 11:46

Schatzkammer öffnet am 1. Mai erstmals Pforten

Erstmals in der fast 900-jährigen Geschichte von Stift Klosterneuburg öffnet am 1. Mai die bisher verschlossene Schatzkammer ihre Pforten und gibt den Blick auf Kunstgegenstände von unschätzbarem Wert frei. Von einem historischen Tag, "weil die unglaublichen Schätze, die hier ein Zuhause gefunden haben, erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden", sprach Landeshauptmann Erwin Pröll am Donnerstag vor der offiziellen Eröffnung der neuen Schatzkammer.

Mit einem Familienfest am 1. Mai wird die neugestaltete Schatzkammer im Augustiner-Chorherrenstift Klosterneuburg erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Die alte Schatzkammer war nicht nur zu klein geworden, sie war auch konservatorisch und sicherheitstechnisch nicht mehr auf dem neuesten Stand. Auf der Ebene des Besucherzugangs in die Sala Terrena stehen nun vier adaptierte Räume mit Vitrinen aus Stahl und Glas für die Besichtigung der Schatzkammer zur Verfügung.

Zugänglich sind nun u. a. der österreichische Erzherzogshut (Bild oben rechts), der legendenumwobene Agnesschleier, die barocke Schleiermonstranz, mittelalterliche Elfenbeinarbeiten, liturgische Gewänder sowie Markgrafen-Stoffe, von denen sich das niederösterreichische Landeswappen herleitet.

Würdiger Rahmen für kostbare Objekte
Der Österreichische Erzherzogshut wurde 1616 als "heilige österreichische Krone" gestiftet und durfte nur zur Erbhuldigung, der Machtübergabe an einen neuen Herrscher, vom Stift Klosterneuburg weggebracht werden. Ansonsten verwahren ihn die Augustiner-Chorherren "beim Grab des Heiligen Leopold", wie der vom Papst bestätigte Stiftungsbrief bestimmt. Dieser Erzherzogshut galt - als Parallele zur ungarischen Stephanskrone und zur böhmischen Wenzelskrone - als "heilige Krone". Meist ist auch der österreichische Schutzpatron Leopold mit der Krone dargestellt.

Andreas Gahleitner, Wirtschaftsdirektor des Stifts, sieht alle Voraussetzungen erfüllt, um zum ersten Mal in der Stiftsgeschichte die bisher aus Platzgründen nur eingeschränkt zugänglich gewesene Schatzkammer für die Allgemeinheit zu öffnen: Für die kostbaren Objekte sei ein würdiger Rahmen gegeben, die Präsentation entspreche sowohl aktuellen Sicherheitsstandards als auch konservatorischen Anforderungen und unterstreiche zudem die kulturtouristische Bedeutung des Stifts.

Mit dem Umbau beauftragt wurde das Architekturbüro Driendl, das die über 100 Pretiosen in neues Licht rückte. Dazu kontrastieren - als bemerkenswertes Ensemble - Schatzkammerschränke aus Walnussholz aus dem Jahr 1677. Die Kosten für die neue Schatzkammer belaufen sich auf rund 1,25 Millionen Euro. Davon sind 370.000 Euro denkmalpflegerische Mehrausgaben. Für die Schatzkammer hat das Land Niederösterreich 150.000 Euro beigetragen.

Eine Brücke in die Vergangenheit
Eine "Brücke aus der Vergangenheit in die Zukunft" und einen wertvollen "Impuls für die Landesidentität" lobte Landeshauptmann Pröll am Donnerstagvormittag. Anlässlich der 900-Jahr-Feier 2014 soll das Stift in neuem Glanz erstrahlen. Die Gesamtrenovierungsarbeiten dafür belaufen sich auf rund 9,6 bis 10 Millionen Euro. 25 Prozent der Kosten trägt das Land Niederösterreich. Von der Schatzkammer erwartet sich der Landeshauptmann eine zusätzliche Attraktion für den Kulturtourismus: "Allein 2009 haben diesbezüglich motivierte Gäste rund 100 Millionen Euro im Land gelassen. Der Kulturtourismus trägt damit zur Arbeitsplatzsicherung bei und ist eine wesentliche wirtschaftliche Grundlage geworden", so Pröll.

Die neue Schatzkammer hat ab 1. Mai bis 15. November täglich von 9 bis 18 Uhr und von 16. November bis 30. April täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

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