Di, 22. Mai 2018

Unmengen an Nahrung

28.04.2011 11:32

Schwindendes Eis in der Antarktis lockt Buckelwale

Durch die schwindende Eisdecke nahe der Antarktis werden immer mehr Buckelwale angelockt - Forscher berichteten sogar von den größten Ansammlungen, die sie jemals gesehen hätten. Auch der Grund wurde sofort ersichtlich, denn die Wale genossen Unmengen an kleinen Krebstieren, die sich früher unter der Eisdecke versteckt hatten.

306 Buckelwale zählten die Forscher auf einer Expedition im Mai 2009 in der Wilhelmina Bay an der Antarktischen Halbinsel. Das entspricht mehr als fünf Walen pro Quadratkilometer. Auch im folgenden Jahr fanden die Forscher eine ähnlich große Ansammlung. Der Grund dafür: riesige Mengen Krill (kleine Krebstiere), die Nahrung der Wale.

Eine Ursache für das gute Futterangebot sehen die Forscher in der Klimaerwärmung. Zum Untersuchungszeitpunkt im Herbst auf der Südhalbkugel war das Meer früher bereits weitgehend mit Eis bedeckt. Krill zieht sich unter den Schutz der Eisdecke zurück, wo die Krebse und Larven überwintern. In den Jahren 2009 und 2010 bedeckte dünnes Meereis aber nur weniger als zehn Prozent der Bucht.

Erste Auswirkungen auf Wale bereits ersichtlich
"Der Rückgang des Eises ist kurzfristig gut für die Wale - sie können fressen, so viel sie wollen", kommentierte Ari Friedlaender, einer der Forscher. "Langfristig könnte er sich aber negativ auf beide Arten auswirken, und ebenso auf alles andere, das im südlichen Ozean auf Krill angewiesen ist."

Wissenschaftler haben bereits einen Rückgang des Krills festgestellt und dafür den Rückgang des Meereises verantwortlich gemacht. Die Krebse sind eines der wichtigsten Glieder der antarktischen Nahrungskette und eine Basis für das Ökosystem.

Der reich gedeckte Tisch für die Buckelwale hat noch eine andere Folge, berichteten die Forscher. In der riesigen Walversammlung haben sie Paarungsgesänge ausgemacht, weit entfernt von den üblichen Paarungsgebieten in wärmeren Meeresteilen. "Wenn Weibchen ein solches Futterangebot finden, warum sollen sie dann jedes Jahr zu den Paarungsplätzen wandern?", so ein Forscher. Die Erwärmung beeinflusse also bereits unmittelbar den Lebenszyklus der Tiere.

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