Mo, 28. Mai 2018

Wirtschaftlage gut

27.04.2011 19:05

Konjunkturhoch lässt die Industrie optimistisch bleiben

Die aktuelle Wirtschaftssituation fühlt sich für die heimischen Industriebetriebe wie eine Hochkonjunktur an, ist es im historischen Daten-Vergleich aber noch lange nicht, meinte die Industriellenvereinigung (IV) am Mittwoch. Die neueste Mitgliederumfrage zur Konjunktur zeige ein weiteres moderates Ansteigen des Auftragsbestandes und der künftigen Produktion sowie die Erwartung einer sprunghaft verbesserten Beschäftigungslage. Nur mehr sehr wenige Industriebetriebe würden mit fallenden Preisen rechnen.

Der neue IV-Generalsekretär Christoph Neumayer sieht Chancen auf ein Anspringen der seit langem schwachen Investitionen in Anlagegüter. "Die Aussicht auf einen selbsttragenden Aufschwung gewinnt an Kontur", gab sich Neumayer bei der Vorstellung der Frühjahresumfrage "mit Einschränkungen optimistisch". Wie bereits vor drei Monaten berichtet wurde, ließen höhere Gewinnerwartungen die Aussicht auf höhere Investitionen steigen.

Das IV-Konjunkturbarometer wird vierteljährlich erhoben. Es basiert auf den Rückmeldungen von 423 Industrieunternehmen mit 289.000 Beschäftigten. Es ist eine Mischung aus einer Beurteilung der Gegenwart und der nahen Zukunft. Der momentane Indexstand beträgt plus 37 Punkte. Er hatte im Frühjahr 2009 mit minus 27 Punkten seinen Tiefpunkt erreicht.

Geschäftslage unverändert gut
Die Geschäftslage in sechs Monaten wird von den Betrieben aktuell unverändert gut mit plus 22 Punkten eingeschätzt, "damit hat die Stimmung bereits das Niveau einer Hochkonjunktur erreicht, während die Daten noch weit davon entfernt sind", sagte IV-Ökonom Christian Helmenstein. Die gute Stimmung sei angesichts der zahlreichen "konjunkturellen Störfaktoren" (Japan/Fukushima, teures Öl, steigende Zinsen und Verschuldungskrise im Euroraum) bemerkenswert.

Helmenstein wandte sich aber entschieden gegen Interpretationen, wonach die Konjunktur in Deutschland und Österreich im gegenwärtigen Zyklus bereits wieder auf dem absteigenden Ast sei. Er erwartet zunächst eine "Normalisierung" auf hohem Niveau und danach einen weiteren Anstieg.

Starker Euro reduziert Auslandsaufträge
Angesichts des schwachen Dollars und somit starken Euros sei im zweiten Halbjahr eine schwächere Entwicklung bei den Auslandsaufträgen zu erwarten, die "Erholungsdynamik", nicht aber der Aufschwung selbst habe damit vorerst einen Höhepunkt erreicht. Es sei im Euroraum mit nur moderat steigenden Leitzinsen zu rechnen, die Zinswende der EZB im April mache sich im starken Euro (1,46 Dollar) bemerkbar. Die IV sieht ihre Erwartung von 2,25 Prozent BIP-Wachstum 2011 als "sehr gut nach unten abgesichert".

Neumayer forderte die umgebildete Bundesregierung auf, trotz Aussichten auf höhere Steuereinnahmen die Budgetdisziplin zu wahren und Reformen in Verwaltung, Gesundheitswesen und Bildung anzugehen. Österreich brauche ferner eine "mutige Innovationspolitik", die ohne "strukturelle Einsparungen" aber nicht zu finanzieren sei.

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