So, 22. Oktober 2017

Bezieht Stellung

28.04.2011 14:57

Apple-Chef Steve Jobs verteidigt iPhone-Ortung

Nach tagelangem Schweigen hat sich Apple-Chef Steve Jobs persönlich zu Wort gemeldet und die viel kritisierte Ortsbestimmung des iPhone-Handys verteidigt. Die Daten seien nur erhoben worden, damit das iPhone schnell seine Position ausmachen könne, etwa für die Nutzung von Landkarten, sagte Jobs am Mittwoch dem "Wall Street Journal". Der präzise Standort eines iPhones sei an Apple selbst "niemals übertragen worden".

Der Elektronikkonzern hatte am Mittwoch erstmals Licht in den Fall gebracht und von einem Software-Fehler gesprochen, der dazu geführt habe, dass die Ortsdaten auf iPhones und iPads mit dem Betriebssystem iOS 4 über lange Zeit gespeichert worden seien. Laut Jobs, der derzeit eine krankheitsbedingte Auszeit vom Tagesgeschäft nimmt, sei der "Bug" erst in den vergangenen Tagen entdeckt worden. Ein Update soll den Fehler in wenigen Wochen beheben.

Die Datenschutz-Diskussion ins Rollen gebracht hatten in der vergangenen Woche zwei britische IT-Experten, indem sie die fragliche Datei mit den Ortsangaben aufspürten und öffentlich machten. Auch die Experten fanden aber keine Belege dafür, dass Apple die Daten weiterleitet. Nach Angaben des Unternehmens wird nicht die genaue Position der Geräte gespeichert, sondern Informationen über nahe gelegene Mobilfunkantennen oder WLAN-Hotspots.

Jobs sagt notfalls auch vor Kongress aus
Apple ist nach Angaben von Jobs bereit, dem US-Kongress über die Erhebung und Speicherung von Ortsdaten auf mobilen Geräten Rede und Antwort zu stehen. "Natürlich wird Apple aussagen", sagte Jobs. Ein Senatsausschuss hat für den 10. Mai eine Anhörung anberaumt. Neben Apple ist auch Google geladen, dessen Android-Plattform ebenfalls regelmäßig die Position seiner Nutzer speichern soll.

Klage gegen Apple eingereicht
Zwei Kunden aus Florida haben bereits gegen Apple geklagt. Der Klageschrift vom 22. April zufolge fordern sie, dass Apple die Sammlung von Ortungsdaten beendet. Zudem verlangen sie eine Erstattung des Kaufpreises, weil sie in Kenntnis der Datenspeicherung die Produkte nicht gekauft hätten.

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