Sa, 24. Februar 2018

Tunnel-Ausbruch

26.04.2011 15:23

Dutzende der 500 flüchtigen Taliban gefasst

Nach der Massenflucht von fast 500 Taliban aus einem Gefängnis im südafghanischen Kandahar haben Sicherheitskräfte nach offiziellen Angaben 65 Häftlinge wieder gefangen genommen. Zwei weitere Flüchtige wurden erschossen. Das Büro des Gouverneurs der Provinz teilte am Dienstag mit, die afghanische Polizei werde bei der Fahndung durch NATO-Truppen unterstützt.

Insgesamt 487 Aufständische war am Montag die spektakuläre Flucht aus dem Sarposa-Gefängnis durch einen 320 Meter langen Tunnel gelungen. In einem am Dienstag veröffentlichten ersten Bericht des Justizministeriums für Präsident Hamid Karzai hieß es, die Behörden untersuchten, wie die Aufständischen unbemerkt entkommen konnten. Der Bericht warf zahlreiche Fragen auf. So erwähnte er, dass unklar sei, wieso das aufwendige Graben des Tunnels und das Entsorgen des Erdreichs weder Anwohnern noch Sicherheitskräften aufgefallen sei. Das Haus, von dem aus der Tunnel gegraben worden sei, sei noch vor zweieinhalb Monaten von der Polizei durchsucht worden.

Weiter hieß es, der Eingang zum Tunnel sei in nur einer Zelle gewesen. Es sei offen, wie die Häftlinge aus den anderen Zellen dorthin gelangen konnten. Unklar sei auch, wieso der nächtliche Abtransport der fast 500 Geflohenen von dem Haus, für die ein Konvoi notwendig gewesen sei, weder von einheimischen noch ausländischen Sicherheitskräften bemerkt worden sei.

Bereits 2008 rund 1.000 Häftlinge geflohen
Die Flucht war der zweite große Ausbruch aus dem Gefängnis von Kandahar innerhalb von drei Jahren. Im Jahr 2008 waren rund 1.000 Häftlinge, darunter viele Taliban, aus der Anstalt geflohen. Damals sprengten Helfer mit Hilfe einer immensen Lastwagenbombe ein Tor des Gefängnisses auf und ermöglichten so die Flucht. Bei der Aktion starben fast 20 Menschen, darunter zehn Polizisten.

Das Gefängnis ist die größte Haftanstalt im Süden Afghanistans. Die nun geflohenen Insassen brachen aus der Abteilung für politische Gefangene aus und machten mehr als ein Drittel aller Häftlinge aus.

ISAF tötet Nummer zwei der Suchliste
Bei einem Luftangriff in der ostafghanischen Provinz Kunar wurde unterdessen nach NATO-Angaben einer der meistgesuchten Aufständischen in Afghanistan getötet. Die Schutztruppe teilte am Dienstag mit, der hochrangige Anführer des Terrornetzes Al-Kaida, Abu Hafs al-Nadschdi, habe auf der ISAF-Liste der gesuchten Extremisten an zweiter Stelle gestanden.

Der auch Abdul Ghani genannte Aufständische sei bereits am 13. April gemeinsam mit einem weiteren Al-Kaida-Funktionär und mehreren anderen Extremisten bei einem Luftschlag ums Leben gekommen, teilte die ISAF weiter mit. Nach Abdul Ghani, der aus Saudi-Arabien stammte, sei bereits seit 2007 gefahndet worden.

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