Di, 20. Februar 2018

Osterlicht entfacht

24.04.2011 00:30

Papst leitet die Osternachtsfeier im Petersdom zu Rom

Im stimmungsvoll erleuchteten Petersdom hat Papst Benedikt XVI. am Samstag vor Tausenden von Gläubigen die Osternachtsfeier geleitet. Im Rahmen der feierlichen Zeremonie wurde in der Vorhalle das Osterlicht angezündet und in den Dom gebracht. Die Kerze, die die bis dahin im Halbdunkel liegende Basilika erhellt, symbolisiert die Auferstehung Jesu von den Toten. Der Papst taufte außerdem, einer Tradition folgend, sechs Erwachsene aus sechs Ländern.

In seiner Ansprache auf dieser ältesten und wichtigsten Feier der Kirche sagte der 84-jährige Papst, der Mensch sei für die Schöpfung verantwortlich. "Unsere Verantwortung reicht bis auf die Schöpfung hin, weil sie vom Schöpfer herkommt", erläuterte er. "Die Kirche ist nicht irgendeine Vereinigung, die sich um die religiösen Bedürfnisse der Menschen kümmert, aber eben ihr beschränktes Vereinsziel hat." Vielmehr, so Benedikt, bringe die Kirche den Menschen in Berührung mit dem Ursprung aller Dinge: "Deshalb geht Gott uns als Schöpfer an, und deswegen tragen wir Verantwortung für die Schöpfung."

"Vor Gott ist das Herz des Menschen größer"
Der Schöpfungsbericht der Bibel informiere nicht "über den äußeren Hergang des Werdens von Kosmos und Mensch", stellte er klar. Verwiesen werde als Prophetie vielmehr auf den wahren Ursprung und das Ziel des Seins. "Vor Gott ist das Herz des Menschen, das ihm antwortet, größer und wichtiger als der ganze gewaltige, materielle Kosmos, der uns freilich etwas von Gottes Größe erahnen lässt."

Benedikt breitete auch seine Vorstellung einer göttlichen Vernunft aus: "Es ist nicht so, dass in dem sich ausdehnenden Universum am Ende in irgendeinem kleinen Winkel des Alls auch eine Art von Lebewesen entstand, das denken kann." Wäre der Mensch nur ein Zufallsprodukt der Evolution irgendwo am Rande des Weltalls, "dann wäre sein Leben sinnlos oder gar eine Störung der Natur", sagte er.

Mit Tausenden den Kreuzweg gebetet
Am Karfreitag hatte Papst Benedikt XVI. am Kolosseum in Rom zusammen mit Tausenden von Gläubigen den Kreuzweg gebetet. Erstmals seit Beginn seines Pontifikats vor sechs Jahren hatte eine Frau alle Meditationen zu den 14 Stationen zum Leiden und Sterben Jesu geschrieben. Die traditionelle Zeremonie am Abend, ein Höhepunkt im Osterprogramm, lief im Schein vieler Fackeln und unter strengen Sicherheitsvorkehrungen an dem Wahrzeichen Roms ab.

Die Kreuzwegtexte stammten aus der Feder der italienischen Augustiner-Eremitin Maria Rita Piccione. Sie wandten sich dagegen, engherzig "Buchführung des eigenen Wohlbefindens" zu betreiben und die Unschuld der Kleinen und Schwachen zu schänden. Das konnte auch als Echo auf den Missbrauchsskandal in der Kirche gewertet werden. Auch zwei Kinder durften kleinere Teile der Meditationen verlesen.

Segen "Urbi et Orbi" am Sonntag
Am Sonntag wird das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche mit Zehntausenden Menschen die Ostermesse auf dem Petersplatz feiern. Dieser Gottesdienst, bei dem der Segen "Urbi et Orbi" (Der Stadt und dem Erdkreis) gesprochen wird, gilt traditionell als ein weiterer Höhepunkt der Osterfeiern. Benedikt wird dann noch am Sonntag in seine Urlaubsresidenz Castel Gandolfo südlich von Rom fliegen, um sich vor der Seligsprechung seines Vorgängers Johannes Paul II. am nächsten Wochenende zu erholen.

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