Sa, 26. Mai 2018

Schicksal gemeistert

22.04.2011 11:41

Der schwerhörige Kicker Chris Kober startet durch

Chris Korber (rechts im Bild) ist hochgradig schwerhörig, trotzdem ist der Lienzer privat und sportlich durchgestartet! Bei Rapid Lienz in der Kärntner Liga zählt der Herr Magister zu den großen Stützen. Eine Reportage von "Krone"-Redakteur Albert Kurka.

Manche Menschen meistern ihr tragisches Schicksal wirklich vorbildlich. Wie Christopher Korber. Der 26-jährige Lienzer ist auf beiden Ohren hochgradig schwerhörig. Ohne Hörgeräte hört er nichts, aber auch mit nur sehr wenig. Normalerweise hätte es für sein Leben bedeutet, dass er nie richtig sprechen kann. In weiterer Folge keinen Schulabschluss, einen Hilfsarbeiterjob. Christopher aber hat die Schule besucht, dann die Matura gemacht und sein Studium in Sozialpädagogik erfolgreich abgeschlossen. Zurzeit leitet er in Winklern die Tagesstätte für geistig und körperlich beeinträchtigte Jugendliche.

Er muss sich aufs Gefühl verlassen
Chris hat sich aber nicht nur privat sondern auch am Fußballplatz durchgesetzt – obwohl er sich am Grün aufgrund des Hörproblems viel auf sein Gefühl verlassen muss. Trotzdem zählt der Herr Magister bei Rapid Lienz in der Kärntner Liga zu den Stützen. Es muss nicht erwähnt werden, dass sein ganzer Weg mit beinharter Arbeit verbunden war. Und natürlich Glück.

"Habe nie mit Schicksal gehadert"
Mutter Elisabeth ist ausgebildete Sprachheil-Lehrerin. Als man mit drei Jahren erfuhr, dass Chris taub ist, gab sie ihren Job auf, kümmerte sich voll um ihren Sohn. Jahrelang standen sechs Tage die Woche zwei, drei Stunden Sprachübungen und Lippenlesen am Plan. "Sein ganzes Leben war eine Therapie. Respekt, dass er das durchgehalten hat", sagt Papa Albert. Chris selber nimmt es locker: "Ich habe nie mit meinem Schicksal gehadert, habe es zur Kenntnis genommen."

Sportlich hatte sich sein Vater, der Sportpädagoge ist, von klein auf um Christopher gekümmert. "Wir haben früh gesehen, dass er ein Bewegungstalent ist." Mit fünf begann Chris mit dem Fußball – mit 16 gab er sein Debüt in der Kampfmannschaft. Später klopften sogar einige Regionalligaklubs an, "aber mir war das Studium wichtiger."

Dem Favoriten ein Bein stellen
Im Moment ist Korber einer der gefährlichsten Spieler in der Liga – in der Saison 2009/10 kam er sogar auf 16 Tore. Heuer läuft es aber noch nicht nach Wunsch. "Ich habe erst sechs Mal getroffen. Aber aus taktischen Gründen spiele ich auch mehr aus dem Mittelfeld." Jetzt kann Chris aber viel gutmachen – binnen fünf Tagen geht es nun zweimal gegen Leader VSV.

Privat hat Chris mit Freundin Katharina in jedem Fall einen Volltreffer gelandet. Ihre spärliche Freizeit nützen die beiden gerne zu einem Trip in die Lienzer Innenstadt.

von Albert Kurka, Kärntner Krone

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