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21.04.2011 18:33

Wie du dein Geld aktuell gut anlegen kannst

Die Krisen in Nordafrika, die Naturkatastrophe in Japan, steigende Inflation, immer höhere Staatsschulden – gute Nachrichten sehen irgendwie anders aus. Es wird zwar immer wieder vom Ende der Wirtschaftskrise gesprochen, doch ein wirklich positives Umfeld mit klaren Trends haben wir derzeit noch nicht. Hier bekommst du dennoch Tipps, wie du deine Veranlagungen aufbauen kannst.

Chance auf Verbesserung?
Bedingt durch die klar steigende Inflation konnte sich die Europäische Zentralbank endlich zu einer ersten Zinsanhebung durchringen: Mit Anfang April wurden die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent angehoben, um damit der Inflation gegenzusteuern. Schließlich lagen die letzten Werte schon bei drei Prozent, Preistreiber vor allem die Klassiker Öl und Rohstoffe. Weitere Zinsschritte im Laufe des Jahres sind anzunehmen, wenngleich nun ein Abwarten wahrscheinlich ist, wie die Anhebung vom Markt aufgenommen werden wird. Denn damit sind Kredite wieder teurer geworden, was zugleich höhere Ausgaben für Unternehmen und damit höhere Belastungen bedeutet. Der Drei-Monats-Euribor bewegt sich zielstrebig nach oben – hat mittlerweile einen Wert von ca. 1,35 Prozent (verglichen mit dem Tiefststand von 0,63 Prozent März 2009 eine Verdopplung) und wird bis Jahresende durchaus schon bei zwei Prozent gesehen.

Zugleich ist das Thema Staatverschuldung nach wie vor sehr präsent. Portugal ist endlich wie erwartet unter den Rettungsschirm geschlüpft – fraglich ist, wie es in Spanien und Italien weitergehen wird. Denn auch wenn der Rettungsschirm ausgedehnt wird, ist irgendwann ein Ende des Machbaren erreicht. Hinzu kommt die weitere Entwicklung der Situation in Nordafrika, die Auswirkung auf die Versorgung mit Öl hat, sowie die Krise in Japan und die Bonitätsabstufung der USA.

All diese Faktoren machen Veranlagungsentscheidungen aktuell nicht unbedingt einfach. Wer es klassisch mit dem Sparbuch bevorzugt, hat sein Geld zwar im vermeintlich sicheren Hafen, doch liegt die Inflationsrate höher als die Zinssätze für kurzfristige Spareinlagen. Hier findet man im Zeithorizont bis zwei Jahre aktuell kaum Angebote über 1,5 bis 2,5 Prozent. Und damit verliert das Geld am Sparbuch an Wert.

Genau vergleichen
Einmal mehr gilt die Devise: Vergleichen zahlt sich aus. Erkundige dich nach Aktionen bzw. Sonderkonditionen im Spareinlagenbereich. Dennoch sollte im kürzerfristigen Bereich nur deine finanzielle Reserve geparkt sein. Denn effektiv betreibst du hier derzeit Geldvernichtung, da die Inflation die Zinsen auffrisst und dein Kapital anknabbert.

Veranlagungsalternativen
Alternativen finden sich aktuell zum Beispiel im Bereich Bausparen. Bei einer Laufzeit von sechs Jahren sind die Zinsangebote durch die Aufbesserung über die staatliche Prämie oftmals in einem vergleichbaren Sparbuchbereich von ca. vier bis 4,8 Prozent, staatliche Einlagensicherung inklusive.

Staatsanleihen sind ebenfalls eine sicherheitsorientierte Art der Veranlagung. Jedoch bieten sie kaum einen Mehrertrag gegenüber dem Sparbuch und sind noch dazu aktuell relativ kurssensibel.

Eine ebenfalls beliebte Alternative sind Wohnbaubankanleihen. Das sind Anleihen, deren Volumen für hypothekarisch besicherte Wohnbauvorhaben von den Wohnbaubanken verwendet werden – daher auch sehr sicherheitsorientiert. Vorteil: Die Zinszahlungen dieser Art von Anleihen sind bis vier Prozent steuerfrei. Nachteil: lange Laufzeiten von zehn Jahren und mehr. Interessierst du dich für eine Wohnbaubankanleihe mit fixem Zinssatz, solltest du dir ziemlich sicher sein, das Geld nicht vor Ablauf der Laufzeit zu brauchen. Denn steigen die Zinsen am Markt, wird der Kurs der Anleihe fallen und du würdest bei vorzeitigem Verkauf weniger als deine Einlage herausbekommen.

Inflationsgeschützte Produkte
Besser geeignet sind Anleihen mit variablen Kupons bzw. Kuponanteilen mit variabler Komponente. Diese zahlen aktuell zwar weniger an Zinsen, steigen aber bei ansteigendem Zinsniveau mit und gelten als kursstabiler, weil sie sich mit dem Nachfrageniveau mitbewegen. Gut geeignet sind Produkte mit Bindung an gängige, kurzläufige Indikatoren, wie etwa den Drei-Monats-Euribor, verbunden mit einem Aufschlag, da du hier bei Zinssteigerungen sehr schnell mitsteigst. Achte jedoch darauf, ein Produkt mit einer fixen Zinsuntergrenze zu haben, damit du kalkulierbare Erträge bekommst. Auch gut geeignet sind Produkte, die direkt an einen Inflations-Index gebunden sind oder in Bereiche investieren, die direkt Inflationstreiber sind bzw. von einer hohen Inflation profitieren, wie Gold, Silber oder Rohstoffe.

Einst sehr beliebte Garantieprodukte sind derzeit kaum erhältlich. Der Hintergrund dafür ist ebenfalls das niedrige Zinsniveau. Denn bei einem Garantieprodukt werden meist etwa 80 bis 85 Prozent des Kapitals der Anleger in eine sogenannte Null-Koupon-Anleihe investiert, die zum Laufzeitende 100 Prozent des Kapitals garantiert. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus müssen derzeit aber mehr als diese 85 Prozent in die Hand genommen werden – es bleibt weniger übrig, um einen Ertrag zu erwirtschaften, zu wenig.

Für mutigere Anleger eignen sich nach wie vor Investmentfonds, die noch immer gute Einstiegschancen bieten – besonders im Bereich Emerging Markets, Indien, Südamerika, etc. Die Wirtschaftsdaten dieser Länder sind nach wie vor vielversprechend – man muss jedoch starke Nerven mitbringen und sollte nur sein Spielkapital hierfür in die Hand nehmen, da auch hier derzeit teilweise starke Rückgänge stattgefunden haben. Bei Anleihenfonds ist auf kurze Restlaufzeiten der Anleihen im Fonds zu achten, da dies stabilere Kurse verspricht. Auch bei Anleihenfonds sind jene mit einer Beimischung von Emerging Markets eine gute Beimischung zu einem Portfolio, da Anleihen dieser Länder höhere Koupons als Industriestaaten auszahlen und durch die Beimischung von fremden Währungen eine Euro-Schwäche abgefedert werden kann. Aber auch hier gilt: höheres Risiko als bei Euro-Anleihenfonds, daher in Maßen zu genießen, wenn man sein Geld im sicheren Hafen braucht.

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