Fr, 23. Februar 2018

Parallelmesse

21.04.2011 17:47

Das bietet die New York Autoshow

War es Zufall oder Absicht? Es soll jedenfalls nicht mehr vorkommen, so die Verantwortlichen unisono, dass sich die Pressetage der Automessen in New York und Shanghai überschneiden - und damit die Aussteller und Journalisten vor schwer lösbare Probleme stellen. Hier geht es nun um die New Yorker Messe (Shanghai in der Infobox).

Viele Hersteller haben sich darauf verlegt, ihre Premieren sowohl in China als auch in Nordamerika zu feiern - so etwa den VW Beetle oder Mercedes jenes Konzeptfahrzeug, das einen kaum verhüllten Hinweis auf die nächste Generation der A-Klasse gibt. Dieses Fahrzeug soll nun auch in den USA eingeführt werden; bislang hieß es aus Stuttgart, dass man lediglich die fünftürige B-Klasse sowie zwei Derivate, einen schlank gezeichneten Viertürer und ein Crossover-Modell, in den USA in den Handel bringen wolle.

Die Premium-Hersteller halten sich ansonsten mit bedeutenden Premieren eher zurück - bis auf Jaguar, wo unter der Ägide des indischen Tata-Konzerns jetzt ein XF gezeigt wird, der endlich die optische Verbindung zum Ford-Konzern kappt - und das Vor-Facelift-Modell mit einem Schlag alt aussehen lässt.

Nach einem kurzzeitigen Run auf sparsame Fahrzeuge hatten die amerikanischen Käufer zunächst wieder auf großvolumige und durstigere Fahrzeuge gesetzt. Doch inzwischen sind die Spritpreise wieder auf ein Niveau gestiegen, das vielen Fahrern bei den in den USA üblichen Distanzen wehtun muss. Und so könnte der Umschwung auf genügsamere Autos und Antriebskonzepte sich als nachhaltig erweisen.

Kaum noch fette PS-Boliden
Darauf stellen sich jedenfalls auch die US-Hersteller inzwischen ein. Modelle wie der Aveo-Nachfolger Chevrolet Sonic oder der Cruze, den es in den USA sogar mit einem kleinvolumigen Turbomotor gibt, aber auch das Ford-Modellprogramm setzen auf Downsizing und Leichtbau. Lediglich Chrysler spielt ungeniert die PS-Karte - und bedient mit den SRT8-Varianten von Chrysler 300, Dodge Charger und Jeep Grand Cherokee Träume von alter Herrlichkeit, die sich angesichts der günstigen Einstandspreise sogar verhältnismäßig günstig umsetzen lassen - außer an der Zapfsäule. Am beeindruckendsten von den "Big Three" ist der Ford-Messeauftritt. Der im Gegensatz zu GM und Chrysler gerade so an der Insolvenz vorbeigeschlitterte Konzern ist mit einem Modellprogramm, das sich zunehmend an Ford Europa orientiert, gut aufgestellt.

Potential zum Verkaufsrenner hat der VW Beetle, der viel maskuliner als das Vorgängermodell auftritt und aus manchen Winkeln fast schon Porsche-Charakter besitzt. Eine Blumenvase ist im Zubehörprogramm zwar immer noch zu bekommen - sie wirkte in dem sportlich-puristischen Ambiente des neuen Modells allerdings ausgesprochen deplatziert. Publikumsmagnet war auch der VW Bulli.

Koreaner mit eigenständigem Design
Vor allem in Sachen Design überraschen die Koreaner wieder einmal. Kia und Hyundai haben ihren jeweils eigenen Stil gefunden - bei Kia architektonisch-kühl, bei Hyundai emotional und leicht verspielt. Und jetzt zieht der Konzern auch bei der Technik nach. Hybridvarianten und starke Turbomotoren zeugen ebenso von technischer Führerschaft wie die extrem sparsamen Dieselmotoren, mit denen Kia und Hyundai in Europa reüssieren.

Die japanischen Hersteller halten ihre Stellung dennoch gut. Beim Toyota-Konzern steht der scharf gezeichnete Nachfolger des Lexus GS im Mittelpunkt - derzeit noch als Konzeptfahrzeug. Honda zeigt seinen neuen Civic in der US-Version - eine verhaltene Evolution des zugegebenermaßen extremen Vorgängermodells. Und Nissan kann mit seinem Elektromobil Leaf den renommierten "World Car of the Year"-Award einheimsen - ein Erfolg, der viele skeptische Amerikaner überzeugen dürfte, auf die Elektromobilität umzuschwenken.

Jens Meiners/SP-X

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