Di, 17. Oktober 2017

Geht Herbst?

21.04.2011 14:13

Polit-Streit am Flughafen um Aufsichtsratsspitze

Streitigkeiten sind rund um die anstehende Entscheidung, wie die Aufsichtsratsspitze der börsennotierten Flughafen Wien AG künftig aussehen wird, entbrannt. Der politische Grabenkampf um die künftige Führung könnte gar den amtierenden Interims-Vorstandschef Christoph Herbst zu einem vorzeitigen Rücktritt bewegen. In Niederösterreich und Wien warfen die Freiheitlichen ÖVP und SPÖ am Donnerstag vor, am Flughafen "munter weiterzupackeln".

Gerangelt wird um die Funktion des Aufsichtsratsvorsitzenden zwischen den Hauptaktionären Wien und Niederösterreich, die beide je 20 Prozent halten. Nach dem überraschenden Rücktritt von Ex-Bank-Austria-Chef Karl Samstag als Aufsichtsratschef - Samstag hatte diese Funktion heuer zu Jahresbeginn von Christoph Herbst übernommen - hatte das rote Wien den Gesiba-Chef Ewald Kirschner als neuen Aufsichtsratsvorsitzenden aufgestellt.

Kein Kommentar von Herbst
Das schwarze Niederösterreich pocht hingegen auf Herbst, der auch selber nach der vorübergehenden operativen Führung nach einem Jahr wieder an die Spitze des Kontrollgremiums zurückkehren wollte. Berichte, Herbst überlege seinen völligen Rückzug vom Flughafen – also auch von der derzeit ruhend gestellte Funktion als Flughafen-Aufsichtsratsvorsitzender - wollte der Interims-Vorstandschef am Donnerstag selbst nicht kommentieren.

"Die Funktion des Aufsichtsratsvorsitzenden wird erst bei der Konstituierung des Aufsichtsrates nach der Hauptversammlung besetzt werden", merkte dazu der Flughafen Wien bereits in der Vorwoche an. Die ordentliche Hauptversammlung findet am 29. April statt, danach die konstituierende Sitzung des Aufsichtsrat.

FP: Nur Absicherung von Pfosten und Pfründen
Die FPÖ sah sich am Donnerstag ob des Machtkampfs um die Neubesetzung dazu veranlasst, SPÖ und ÖVP sowie die Flughafen-Verantwortlichen schon wieder mit Spott zu überziehen. Der FP-Klubchef in Niederösterreich, Gottfried Waldhäusl, kritisierte, es gehe den SP- und VP-Aufsichtsräten nicht um den Flughafen, sondern nur um die Absicherung ihrer eigenen Posten und Pfründe. "Anscheinend ist die Nervosität nach den zahlreichen Skandalen rund um den Flughafen, allen voran Skylink, schon so groß, dass sich Rot und Schwarz gegenseitig misstrauen", so Waldhäusl.

Waldhäusl warf den Landeschefs Pröll und Häupl vor, den Flughafen als "goldenes Abstellgleis für gescheiterte Parteibonzen" zu missbrauchen. Für Waldhäusl ist es "vollkommen egal, ob der Aufsichtsratsvorsitzende Herbst oder Kirschner heißt. Keiner von beiden ist daran interessiert, den Flughafen aus der Krise zu führen."

Waldhäusls Wiener FP-Stadtratkollege Eduard Schock warf der SPÖ-Stadträtin Renate Brauner vor, am Flughafen "so patschert hineinzuregieren, dass Hardcore-Fremdschämen angesagt" sei. Er ortete "lähmende Versorgungsspielchen" im Flughafenaufsichtsrat.

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