So, 19. November 2017

Blachfellner fordert

21.04.2011 11:38

„Schrottreaktor Isar 1 darf nie mehr ans Netz gehen“

"Der Schrottreaktor Isar 1 darf nie mehr ans Netz gehen!" - Mit dieser Anti-Atom-Forderung an unsere Nachbarn steigt der Druck auf die Bayern aus Salzburg. Landesrat Walter Blachfellner traf sich jetzt in München mit dem Leiter der Abteilung "Reaktorsicherheit". Ergebnis: Eine grenzüberschreitende Expertenrunde. Blachfellner: "Sie nehmen unseren Schwachstellenbericht sehr ernst."

Das österreichische Experten-Team rund um Dr. Wolfgang Kromp vom Wiener Institut für Sicherheits- und Risikowissenschaften hat alles aufgezeigt: Siedewasserreaktoren der Baulinie 69 (wie Isar 1, Brunsbüttel, Krümmel oder Philippsburg) weisen jede Menge Schwachstellen und Konstruktionsmängel auf: Punkto Erdbeben kommen die Autoren zu alarmierenden Ergebnissen: "In Hinblick auf die altersbedingte Schwächung von Strukturen kommt den schwächeren Bebenereignisse eine erhöhte Bedeutung zu", heißt es.

"Verbindliche Abschaltung von Isar 1"
Landesrat Blachfellner machte jetzt in Bayern Druck und traf sich mit Albert Göttle, dem Reaktor-Fachmann im Umweltministerium. "Er hat zugesagt, dass er unseren Bericht prüfen lässt", berichtete Blachfellner über den Etappensieg im Kampf um eine endgültige Stilllegung. Anfang Mai wird dann eine Expertenrunde aus Österreich und Bayern tagen. Blachfellner: "Das Ziel ist klar, es muss zu einer verbindlichen Abschaltung von Isar 1 kommen." Und die Zeit drängt: Denn die Drei-Monats-Frist der Stilllegung ist am 18. Juni zu Ende. Das endgültige Aus des Schrottreaktors muss rechtlich in allen Belangen vorbereitet werden.

Und das ist kein leeres Gerede: "Die Bayern nehmen unseren Bericht sehr ernst und freuen sich über Unterstützung." Blachfellner will gemeinsam mit unseren Nachbarn auch Alternativen diskutieren und konkret angehen: "Wir denken an Kraftwerks-Projekte im Grenzgebiet wie zum Beispiel an der Saalach."

von Sabine Salzmann, Kronen Zeitung

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