So, 25. Februar 2018

Interview im Häfn

20.04.2011 18:57

Charles Manson bricht Schweigen - und warnt vor CO2

Er gilt als einer der brutalsten Verbrecher in der US-Geschichte: Vor 42 Jahren ordnete der selbst ernannte Sektenführer Charles Manson die Ermordung von insgesamt acht Menschen an - und sitzt seitdem in Haft. Nach 20 Jahren Funkstille meldete er sich jetzt erstmals wieder per Interview zu Wort. Geläutert gab er sich allerdings nicht. Stattdessen warnte er vor den Folgen des Klimawandels und beschimpfte US-Präsident Obama als "Sklaven der Wall Street".

Seit jeher war Charles Manson durch wirre Äußerungen aufgefallen, zumeist mit religiösen oder rassistischen Inhalten. Doch sein erstes Interview seit 20 Jahren, das er jetzt der spanischen Ausgabe der Zeitschrift "Vanity Fair" gab, legt den Schluss nahe, dass er nun eine neue Mission entdeckt: den Klimawandel. Auf die Frage, ob er noch eine Gefahr für die Allgemeinheit darstelle, ging er gar nicht erst ein, denn "es gibt da eine viel größere Gefahr: Die Polkappen schmelzen, weil wir unserer Atmosphäre böse Dinge antun", so der 76-Jährige. "Die Autos und die fossilen Brennstoffe zerstören die Atmosphäre und nehmen uns die Luft zum Atmen. Wenn wir das nicht sofort ändern, wenn wir nicht das Grün und die von uns abgeholzten Bäume zurück auf unseren Planeten bringen, wenn wir gegen dieses Problem nicht in den Krieg ziehen, dann ...", mahnt Manson - allerdings ohne den Satz zu vollenden.

Auch US-Präsident Barack Obama bekommt in dem Interview sein Fett weg: "Er ist ein Sklave der Wall Street", sagt der Psychopath. "Obama ist ein Idiot, sie spielen mit ihm."

"Ich bin sehr böse, ich bin ein sehr schlechter Mensch"
Über sich selbst und seine schrecklichen Taten verliert Manson nur nebulöse Worte. "Ich bin sehr böse, ich bin ein sehr schlechter Mensch. Ich bin ein Märtyrer, aber auch ein Opfer. Und ein Künstler. Ich bin alles und ich bin nichts", sagt der Mann, der sich einst als gleichzeitige Verkörperung von Jesus und Satan bezeichnet hat.

Für andere Menschen gilt offenbar Ähnliches. An die Leser gewandt sagt Manson: "Du musst akzeptieren, dass du selbst Gott bist. Du musst aber auch merken, dass du der Teufel bist, und zwar genauso sehr, wie du Gott bist, dass du alles bist und gleichzeitig überhaupt nichts."

Sektenjünger durch Sex und LSD gefügig gemacht
Mit dem konfusen und ausschweifenden Interview knüpft Manson nahtlos an seine bisherigen wirren Aussagen an, die seit jeher sein "Markenzeichen" waren. Nach einer kriminellen Karriere hatte Manson Ende der 60er-Jahre in Kalifornien eine Hippie-Kommune gegründet, die schon bald sektenähnliche Züge aufwies. Seinen durch Sexorgien und LSD gefügig gemachten, vornehmend weiblichen Anhängern erzählte er, dass im Jahre 1969 ein Rassenkrieg ausbrechen werde. Die Schwarzen würden die Weißen unterjochen, später aber Manson zu ihrem Anführer ernennen. Er selbst kenne eine riesige Höhle zum Paradies, in der man sich während der Rassenunruhen verstecken könne. Später würden dann alle "Bewohner" der Höhle von Jesus und den Beatles - Letztere als Engel wiedergeboren - in die Seligkeit geführt werden.

Schwangere Polanski-Ehefrau war prominentestes Mordopfer
Insgesamt wird Manson für acht Morde verantwortlich gemacht, die er jedoch offenbar allesamt nicht selbst beging, sondern von den gefügigen Sektenmitgliedern ausführen ließ. Seine Opfer suchte er sich aus verschiedenen Motiven aus. Teilweise waren es Racheakte, teilweise gerieten sie nur zufällig in sein Visier. Prominentestes Opfer war die hochschwangere Schauspielerin Sharon Tate, Ehefrau des Regisseurs Roman Polanski.

Wegen Verabredung zum Mord war Manson einst zum Tode verurteilt worden, später wurde die Strafe in lebenslange Haft umgewandelt. Der 76-Jährige sitzt derzeit im kalifornischen Corcoran-Staatsgefängnis ein.

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