So, 20. Mai 2018

Ortstafeln und Co.

21.04.2011 10:31

FPK schießt scharf gegen Fischer: "Slowenophil"

Dass Bundespräsident Heinz Fischer und Sloweniens Staatschef Danilo Türk sich in der Ortstafelfrage für ein Abrücken von "Prozentfragen und Zahlen" einsetzen, stößt der FPK sauer auf. Klubchef Kurt Scheuch bezeichnete Fischer am Mittwoch als "slowenophil". "Ähnlich wie Inzko, möchte der Bundespräsident anscheinend keine Nachvollziehbarkeit mit einem klaren Prozentsatz in der Ortstafelfrage finden, sondern wie am Tarviser Markt unter der Decke verhandeln."

Beide Staatsoberhäupter hatten sich am Dienstag für ein Abrücken "von Zahlen und Prozentfragen" ausgesprochen. Statt über Prozentsätze zu diskutieren, sollte eine Liste jener Orte erstellt werden, in denen zweisprachige Ortstafeln aufgestellt werden. "Wenn man danach den Rechenstift nimmt, würde es mich nicht wundern, wenn der Anteil der slowenischsprachigen Bevölkerung in manchen Orten nicht exakt 17,5 Prozent ausmacht, sondern sogar darunter liegt", sagte Fischer. Diese Aussage Fischers kam doch überraschend, hatte er sich doch bisher stets hinter den Ortstafel-Kompromiss (17,5 Prozent, Anm.) gestellt.

Türk setzt Zustimmung aller drei Verbände voraus
Für Sloweniens Präsident Danilo Türk ist eine Einigung in jedem Fall nur dann akzeptabel, wenn alle drei slowenischen Verbände in Kärnten der Lösung zustimmen. "Alles, was die Volksgruppe und die Organisationen akzeptieren können, wird dann auch für Slowenien gut sein", hielt Türk am Dienstag fest. Wie berichtet, sind bisher aber nur zwei Verbände dafür. Fischer versprühte dennoch Optimismus, dass bereits in nächster Zukunft eine Einigung erfolgen kann. "Wir haben die Nähe des Ziels erreicht, es liegt ein vernünftiges Paket am Tisch und ich freue mich schon darauf, wenn ein entsprechendes Gesetz auf meinem Schreibtisch landet, und ich es unterschreiben kann."

Restitutionsfälle: Fischer fordert Klärung
Am zweiten Tage seines Besuchs in Slowenien nahm Bundespräsident Heinz Fischer dann auch den Nachbarstaat in die Pflicht. Bei einem Gespräch mit Premier Borut Pahor äußerte er am Mittwoch den Wunsch, dass die slowenische Regierung die offenen Restitutionsfälle von Österreichern einer "gerechten und zufriedenstellenden Lösung" zuführen möge. Dabei geht es um Vermögen, dass im Gefolge des Zweiten Weltkriegs enteignet worden ist. "Wichtige Fälle sind noch immer offen", so Fischer.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden