Mo, 19. Februar 2018

"Sünder" erwischt

21.04.2011 10:06

Selbst ernannter Müllsheriff zieht die Pfefferpistole

Heimlich haben in Graz-Andritz eine Akademikerin und ihr Untermieter am Sonntagabend im Wald Sperrmüll entsorgen wollen, aber sie hatten die Rechnung ohne einen Pensionisten gemacht. Der selbst ernannte Müllsheriff zog eine Pfefferspraypistole, ließ den Mann niederknien und holte die Polizei. Aber auch er wurde angezeigt.

Warum die 54-jährige Grazerin und ihr Untermieter, ein eingebürgerter Tunesier (36), abends mit dem Kleinbus sieben Kilometer weit fuhren, um Bretter und Möbelteile im Wald abzuladen, können sie nicht gerade glaubwürdig erklären: Der offizielle Sturzplatz wäre geschlossen gewesen, Müllsäcke am Waldrand ließen den Schluss zu, dort befände sich ebenfalls eine Deponie…

Beamter: "Hat wohl übertrieben"
Beim Abladen des Sperrmülls wurde das Duo kurz nach 19 Uhr von einem pensionierten Lehrer auf frischer Tat ertappt und zur Rede gestellt. Laut Aussage des 68-Jährigen näherte sich ihm der Begleiter der Frau "in Boxerstellung", weshalb er zur Pfefferspraypistole greifen musste. "Danach hat er wohl sehr übertrieben", schildert ein erhebender Beamter die Reaktion des selbst ernannten Müllsheriffs: "Er hat den Mann gezwungen, sich niederzuknien und die Hände hinter dem Kopf zu verschränken. Der Frau soll er gedroht haben, abzudrücken, falls sie nur einen Schritt macht."

Der Pensionist rief über Handy die Polizei und übergab das Duo einer Streife. Die Müllsünder müssen nun mit einer Verwaltungsstrafe rechnen. Der 68-Jährige aber könnte schon bald wegen gefährlicher Drohung vor einem Richter stehen.

von Manfred Niederl, "Steirerkrone"

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