Sa, 16. Dezember 2017

"Biblisches Tier"

17.04.2011 19:14

Palmbuschen-Parade und zwei gutmütige Esel

Einer schöner als der andere: Mit Brezeln und bunten Hobelscharten geschmückt glänzten Die Palmbuschen an diesem herrlichen Sonntag besonders prächtig. In St. Veit sorgten die Esel "Maxi" und "Wuggi" für viel Symbolkraft, ohne dabei störrisch zu sein. In Maishofen stimmte sich die Jugend mit selbstgebundenen Buschen auf die Firmung ein.Und im Lungau drehte sich wieder alles um die Höhenrekorde. Die Palmbesen messen bis zu fünf Meter.

Esel "Maxi" und die kleine Leonie: Ein vertrautes Gespann. Und beide sind mit Osterschmuck und Palmbuschen ausgerüstet. "Wir haben zwei Eselzüchter im Ort. Wer Zeit hat, kommt", erzählt Alois Dürlinger, Pfarrer für St. Veit und Goldegg, stolz. "Der Esel ist ein biblisches Tier." Und "Eselflüsterer" Dominik Keil hielt "Maxi" und "Wuggi" mit Leckerlis von störrischen Pausen ab

Bei der Segnung der Zweige blickte der Pfarrer von St. Veit auf ein Meer aus Palmbuschen: Traditionell gebunden mit den sieben verschiedenen Zweigen von Wacholder bis Buchsbaum und natürlich den Palmkätzchen, die heuer bei dem späten Osterfest oft schon ein wenig verblüht sind.

Pfarrer Dürlinger blühte mit den Kindern und ihrer Passionslesung auf: "Einfach schneidig. Sie haben das großartig gemacht." Und er erinnerte in der Kirche an einen großen St. Veiter: Balthasar Linsinger, der im Krieg einer jüdischen Familie das Leben rettete und jetzt dafür von Israel geehrt wird. "Auch unser Retter kommt von dort. Seinen Einzug nach Jerusalem feiern wir heute." Im Sommer wird eine Gruppe aus St. Veit und Großarl ins Heilige Land pilgern. Dürlinger: "Unser eigentliches Pilgerziel ist aber das himmlische Jerusalem."

Die Firmlinge aus Maishofen – 95 Jugendliche stehen gerade vorm großen Fest am 30. April – nahmen die Osterbotschaft heuer noch intensiver auf. Und auch die Kleinsten marschierten am Palmsonntag schon mit: Ihre Buschen waren oft größer als sie selbst. Luisa-Marie und Emelie aus St. Michael durften zum ersten Mal einen Palmbesen tragen. Mama Bettina Zehner erzählt: "Sie haben beim Binden fleißig mitgeholfen." Die Lungauer Kinder wollen mit ihren Palmzweigen seit jeher hoch hinaus: Mehrere Meter wachsen die bunten Palmbesen in den Himmel. Ein Glückssymbol, bevor am Osterwochenende wieder die Osterfeuer lodern werden. Nach der Weihe kommen die Palmbesen dann in die Gärten und auf die Felder. Und ganz der Tradition nach heizen viele Lungau bei drohenden Gewittern die Zweige ein und wehren somit die Gefahren aus der Natur ab.

von Sabine Salzmann, Kronen Zeitung

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