Di, 20. Februar 2018

Stromwechsler

17.04.2011 10:28

"In mein Haus lasse ich keinen Atomstrom"

"Ich will keinen Atomstrom!" So denken zahlreiche private Abnehmer nach der Fukushima-Katastrophe in Japan. Rund 70 Tiroler sind in diesen Wochen von der Tiwag zur Ökostrom AG gewechselt, die Zugriffe auf deren Firmen-Webseite haben sich zeitweise auf 3.000 pro Tag verzwanzigfacht.

"Wir merken, dass es immer mehr Menschen gibt, die Atomstrom prinzipiell ablehnen", sagt Ökostrom-Sprecherin Gudrun Stöger. Bei der Tiwag liegt der Anteil von Atomstrom laut eigenen Angaben bei knapp acht Prozent. Die Umweltschützer von Greenpeace sprechen nach eigenen Berechnungen von fast 14 Prozent Tiwag-Strom aus Atomkraftwerken.

Wer zu einem Ökostrom-Anbieter wechselt, muss wissen, dass rein physikalisch derselbe Strom wie bisher aus der eigenen Steckdose kommt. "Das geht technisch gar nicht anders. Der Kunde kann aber entscheiden, für welches Kraftwerk er sein Geld ausgibt und welche Art der Energiegewinnung er stärken will", erklärt Stöger. Die Ökostrom AG hat 18 Windkraft- und Solarstromanlagen, vorwiegend im Osten Österreichs.

Mehrkosten sind im Rahmen
Angeboten werden zwei Strompakete: Das Erste (9,56 Cent brutto/kWh) basiert zu 95 Prozent auf Kleinwasserkraftwerken, der Mehrpreis bei einem Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch beträgt nur acht Euro pro Jahr. "Erstaunlicherweise greifen die Tiroler Neukunden aber häufig zum zweiten Paket, das 11,72 Cent brutto kostet – und daher etwa 61 Euro zusätzliche Kosten pro Jahr verursacht. Dafür stammt der Strom zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie", so Stöger.

Die Alpe Adria Energie aus Kärnten ist ein weiterer mit dem Umweltzeichen zertifizierter Ökostrom-Anbieter. "Der Anteil unserer Neukunden in Tirol ist aber verschwindend gering", sagt Sprecherin Ruth Klauss.

In Europa kommt rund ein Drittel des verbrauchten Stroms aus Atomenergie. Frankreich deckt etwa 80 Prozent seines Strombedarfs mittels Atomstrom, in der Schweiz beträgt der Anteil 40 Prozent und in Tschechien 34 Prozent.

von Andreas Moser, "Tiroler Krone"

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