So, 25. Februar 2018

Kampf gegen Strahlen

16.04.2011 17:05

Wunderwaffe Zeolith soll Cäsium-137 "killen"

Verzweifelt kämpfen die Arbeiter im zerstörten Atomkraftwerk Fukushima gegen das verseuchte Wasser in der Anlage. Jetzt soll ein neues Wundermittel dabei helfen, die Radioaktivität deutlich zu reduzieren. Das Mineral Zeolith kann aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften das hochgefährliche Cäsium-137 einfangen, wenn es mit diesem in Kontakt kommt. Ob der Plan aber wirklich aufgeht, ist noch unklar.

Am Samstag deponierten die Arbeiter drei je 100 Kilogramm schwere Säcke mit Zeolith bei den Ansaugrohren für den Reaktor 1 im Meer. Zeolithe kommen in der Natur vor, können aber auch künstlich hergestellt werden. Eine ihrer besonderen Eigenschaften ist die Fähigkeit zum Ionenaustausch: Das mit Cäsium-137 verseuchte Wasser wird über die Säcke geleitet, wobei die radioaktiven Atome von dem Material eingefangen werden.

Sieben weitere der 80 Zentimeter hohen Säcke seien vorbereitet worden, meldete Jiji. Der Betreiber Tepco will zunächst prüfen, wie effektiv diese Methode ist. Es werde erwogen, Zeolith dann auch in den Turbinengehäusen der Reaktoren einzusetzen, wo sich verseuchtes Wasser angesammelt hat.

Immer mehr verseuchtes Wasser am AKW
Derweil hat Tepco herausgefunden, dass das in dem Tunnelschacht des Reaktors 2 angesammelte stark verseuchte Wasser von Freitag auf Samstag um 1,5 Zentimeter auf 88,5 Zentimeter Höhe gestiegen ist. Neben dem zur Kühlung des Reaktors eingesetzten Wasser könnte auch Grundwasser eingesickert sein, hieß es.

Unterdessen erwartet die japanische Regierung an diesem Sonntag US-Außenministerin Hillary Clinton zu einem halbtägigen Kurzbesuch. Sie dürfte dabei Japan die weitere Unterstützung als Schutzmacht versichern. Washington unterstützt Japans Katastropheneinsatz mit mehr als 200.000 Soldaten, 160 Maschinen der Luftwaffe und 20 Marineschiffen. Der Einsatz trägt den Namen "Operation Tomodachi" (Operation Freund). Clinton wird Premier Naoto Kan und Außenminister Takeaki Matsumoto treffen und an einer Tee-Gesellschaft des Kaisers teilnehmen. Laut Medienberichten wird sie aber anders als zunächst geplant nicht in die Katastrophengebiete reisen.

Erneut schweres Nachbeben
In der Nacht auf Samstag war Japan erneut von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Das Epizentrum des Erdstoßes der Stärke 5,9 habe im südlichen Teil der Präfektur Tochigi nahe Tokio gelegen, teilte die japanische Meteorologiebehörde mit. Es sei jedoch kein Tsunami-Alarm ausgelöst worden. Derweil geht am AKW Fukushima der Kampf gegen die Radioaktivität weiter.

In der Hauptstadt Tokio ließ das Erdbeben, das sich um 11.19 Uhr Ortszeit (4.19 Uhr MESZ) ereignete, die Gebäude erzittern. Seit dem verheerenden Erdbeben und dem nachfolgenden Tsunami vom 11. März wird Japan nahezu täglich von Nachbeben erschüttert.

Wiederaufbau soll durch Sondersteuer finanziert werden
Um den Wiederaufbau nach der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe zu finanzieren, plant die japanischen Regierung einem Medienbericht zufolge, Staatsanleihen auszugeben. Um die Schulden zurückzuzahlen solle eine neue Steuer erhoben werden, berichtete die Zeitung "Nikkei", ohne aber Quellen zu nennen.

Die Regierung von Ministerpräsident Naoto Kan hatte bereits angekündigt, für eine erste Phase des Wiederaufbaus mehr als vier Billionen Yen (rund 33 Milliarden Euro) zur Verfügung stellen zu wollen. Die Gesamtkosten für den Wiederaufbau von Häusern, Industrieanlagen und Infrastruktur wie Straßen und Brücken schätzt die Regierung aber auf das Vier- bis Sechsfache.

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