Sa, 26. Mai 2018

3,5 Jahre Haft

15.04.2011 15:19

Junge Frau machte aus Liebe bei vier Banküberfällen mit

Eine 21-jährige Wienerin, die sich aus Liebe an mehreren Banküberfällen beteiligt hatte, ist am Freitag im Straflandesgericht zu dreieinhalb Jahren unbedingter Haft verurteilt worden. Der Freund der jungen Frau gehörte einer moldawischen Tätergruppe an, die auf bewaffnete Raubüberfälle spezialisiert war. Der 25-Jährige bekommt einen separaten Prozess. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Das Paar hatte einander 2007 kennengelernt. Eines Tages sah die junge Frau in der Zeitung ein Fahndungsfoto ihres Freundes, der im Zusammenhang mit einem Überfall auf eine Western-Union-Zweigstelle gesucht wurde. Sie konfrontierte ihn damit, worauf er zugab, den Coup, der 2.000 Euro eingebracht hatte, begangen zu haben. "Er hat mich dabei in den Arm genommen und geküsst", schilderte die 21-Jährige nun in der Verhandlung.

Frau begnügte sich nicht mit Rolle der Mitwisserin
Dass sie den 25-Jährigen nicht ans Messer liefern würde, war ihr in diesem Moment klar: "Er hat mir mehr bedeutet als die 2.000 Euro." Doch die Frau begnügte sich in weiterer Folge nicht mit der Rolle als Mitwisserin, sie ließ sich aktiv in die Bande einbinden.

Sie kundschaftete bei mehreren Banküberfällen den Tatort aus, indem sie in die Filialen spazierte und einen 100-Dollar-Schein wechselte. Anschließend verriet sie den Kriminellen die Standorte der Tresore und fertigte teilweise sogar Skizzen an.

An insgesamt vier Coups beteiligt gewesen
Vor dem Überfall auf eine BAWAG-Filiale in der Hütteldorfer Straße im Juli 2009 hatte sie einen Bankangestellten mit ihrer Geldwechsel-Bitte dazu gebracht, den großen Tresor mit den Devisen- und Valutenreserven aufzuschließen, der noch offen stand, als wenige Minuten später zwei Maskierte die Filiale stürmten. Die Beute fiel in diesem Fall mit 68.000 Euro recht üppig aus.

An insgesamt vier Coups war die 21-Jährige mehr oder weniger direkt beteiligt. Zudem mietete sie zwischen 4. Dezember 2009 und 15. Oktober 2010 in der Bundeshauptstadt drei Wohnungen an, die der Bande als Unterschlupf dienten. Die Mieten und Kautionen bezahlte sie mit Erlösen aus den Raubzügen. Daneben überwies sie rund 20.000 Euro an die Angehörigen ihres Freundes in Moldawien.

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