Fr, 17. November 2017

Angriff in Linz

15.04.2011 13:31

Drei Mitarbeiter der Stadtwache mit Böller attackiert

Drei Mitarbeiter der Linzer Stadtwache sind am Dienstagabend von Unbekannten mit einem Böller beworfen worden. Einer von ihnen erlitt einen Gehörsturz und musste ins Spital eingeliefert werden. Laut dem Landessekretär der Gewerkschaft vida, Manfred Zolles, muss der Mann sogar mit bleibenden Schäden rechnen.

"Seit Oktober haben wir 16 Fälle dokumentiert, bei denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordnungsdienstes beschimpft, tätlich angegriffen oder mit Zigaretten und Getränkeflaschen beworfen wurden", so Zolles.

Die Betroffenen hätten die Vorfälle zwar ihren Vorgesetzten gemeldet, bisher seien die Beschwerden aber stets "bagatellisiert" worden, kritisiert der Gewerkschaftssekretär. Er forderte die Stadt auf, besser für die Sicherheit ihrer Mitarbeiter zu sorgen.

Konsequenzen verlangt
Zolles verlangt eine Änderung des Strafrechts, um Dienstnehmer besser vor Gewalt am Arbeitsplatz schützen zu können: "Jede Körperverletzung, die an einem Menschen während seiner Berufsausübung begangen wird, soll automatisch als schwere Körperverletzung verfolgt werden", forderte der vida-Landessekretär.

Ordnungsdienst-Geschäftsführerin Bezirksverwaltungsdirektorin Martina Steininger hat am Freitag die Vorwürfe der Gewerkschaft zurückgewiesen. Man wolle die Vorwürfe keinesfalls bagatellisieren.

Sie habe die Liste mit den Übergriffen selbst erst diese Woche vom Betriebsrat auf den Tisch bekommen und daraufhin die Linzer Polizei um Hilfe gebeten, so Steininger. Die Böllerattacke Anfang der Woche sei der erste Vorfall gewesen, bei dem es einen Verletzten gegeben habe, betonte sie. Bisher seien eher Pöbeleien oder Anrempeln vorgekommen.

Neuer Ordnungsdienst
Der Linzer Ordnungsdienst - die Bezeichnung "Stadtwache" wurde im Ringen um einen politischen Kompromiss abgeändert - ist seit 1. September 2010 in Linz in Amt und Würden.

Die 18-köpfige Mannschaft soll mit Oktober auf 30 Leute aufgestockt werden. Hintergrund dürfte die Änderung des oberösterreichischen Polizeistrafgesetzes sein, wonach Ordnungsdienste das neu erlassene Bettelverbot überwachen dürfen. FPÖ und ÖVP hatten bereits nach einem ähnlichen Vorfall vergangenen Herbst verlangt, dass die Stadtwache mit Pfefferspray ausgerüstet wird.

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