Mo, 21. Mai 2018

Riesen-Rückschritt

13.04.2011 15:52

1.000 Sozial-Jobs mit einem Streich zunichtegemacht

Man spürt das Knistern im Saal: Die Leut' sind aufgebracht, fühlen sich von der Politik im Stich gelassen. Was sie eigentlich dem Soziallandesrat sagen wollten, tragen sie jetzt den Medienvertretern vor. Ein Vierteljahrhundert Behindertenarbeit scheint mit einem Handstreich zunichtegemacht, 1.000 Jobs wackeln.

Franz Wolfmayr (Bild), der Präsident des Dachverbandes der steirischen Behindertenhilfe, hat 30 Vertreter von Sozialeinrichtungen im Grazer Medienzentrum aufmarschieren lassen. Sie stehen stellvertretend für Tausende Einzelschicksale, für Menschen, die von den Landes-Kürzungen besonders betroffen sind.

Die Grazer Lebenshilfe wird Häuser zusperren müssen, warnt vor "Delogierung per Verordnung", "Alpha Nova" fürchtet den Verlust der Hälfte des Personals, die "Mosaik GmbH" kann keinen Dienstplan mehr zusammenstellen. Mit solch dramatischen Auswirkungen habe man nicht gerechnet, gibt man sich fassungs- und ratlos. Von Verfassungswidrigkeit ist sogar die Rede und davon, dass Betroffene nicht eingebunden worden wären. Die Folgen:

  • Eintausend Sozial-Stellen sind es insgesamt, die wohl verloren gehen werden.
  • Fortbildungszeiten werden gestrichen.
  • Die mobile Betreuung wird massiv beschnitten.
  • Keine Betreuung für Menschen mit herausfordernden Verhaltensweisen.

Wolfmayr: "Ein enormer Rückschritt - wir fordern neue Gespräche!"

von Gerald Schwaiger und Gerhard Felbinger, "Steirerkrone"

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