Di, 20. Februar 2018

Der aus dem Film!

13.04.2011 12:00

"Pferdeflüsterer" Monty Roberts verblüffte in Graz

Er ist witzig, charmant, charismatisch - und hat eine Mission: Er ist Botschafter für eine gewaltfreie Welt. Monty Roberts, berühmt geworden durch den Film "Der Pferdeflüsterer" mit Robert Redford, gastierte in Graz und "heilte" dort vier "Sorgenkinder" vor einem faszinierten Publikum. Den Film selbst findet er allerdings alles andere als wertvoll.

Monty Roberts distanziert sich mit aller Kraft von dem Hollywood-Streifen, in dem eine Szene gezeigt wird, in dem einem Pferd die Beine zusammengebunden werden, um es zu bändigen. Roberts: "Ich habe damals gegen die Szene protestiert und gekämpft, aber keiner hat auf mich gehört. Dieser Film ist Abfall", urteilte er gegenüber der "Krone".

Sein Vater hatte einst Pferde mit viel Brutalität gebrochen. Das prägte den jungen Monty Roberts und ließ in ihm das Credo reifen, nie so zu werden wie sein Vater - nie Gewalt anzuwenden und einen ganz anderen Weg einzuschlagen. So beobachtete der Amerikaner schon als Kind schlicht die Pferde, imitierte, wie sie miteinander umgingen - und lernte ihre Sprache.

Feindbild aller Hardliner
Oftmals belächelt, ist der heute 75-Jährige jetzt ein Superstar - und Feindbild all jener Hardliner, die zum Pferd die Peitsche brauchen. Im Internet lief sogar einmal ein Wettbewerb für Ideen, wie man ihn töten könnte. Heute ruft ihn auch die Königin von England - und wenn Monty Roberts selbst ruft, folgen die Mengen...

So wie am Dienstag in Graz: "Wir sind extra aus Mariazell angereist - und genommen worden!", jubelte etwa Familie Mitterbacher. Freilich, die Anreise mit Stute "Coco" verlief nicht friktionsfrei. Die sonst so Brave steigt nämlich nicht in den Hänger - "das kann Stunden dauern", so die Mitterbachers, die verzweifelt sind: "Wir haben schon Futter reingestreut oder ihre Augen verbunden, es verkehrt herum versucht oder mit Leckerbissen. Sinnlos!"

Und es funktioniert tatsächlich!
Probleme hatte auch Hubert Bruno, dessen Wallach "Nero" eher ein "sturer Bock" ist, nichts lernen will, den Sattel nicht einmal in seine Nähe kommen lässt. Doch eigentlich müsste man das alles in der Vergangenheitsform schreiben. Denn: Es bedurfte nur weniger Blicke, einiger Berührungen. 27 Minuten mit dem großen Meister - und Nero, der noch nie einen Sattel getragen hatte, ließ sich problemlos reiten! Coco stiefelte so beherzt in den Anhänger als täte sie nichts lieber! Und auch "Moonshine", die sonst alle Reiter vom Rücken buckelte, wurde plötzlich ihrem gemütlichen Haflinger-Image gerecht und trabte fröhlich mit ihrem Reiter herum.

Das alles, obwohl Monty Roberts davor keine Sekunde mit den Tieren gearbeitet hatte. Das ist schlicht ein faszinierender Mann - mit dem Ziel, die Welt ein Stück schöner, ein Stück gewaltfreier zurückzulassen, als er sie vorgefunden hat...

von Christa Blümel ("Steirerkrone") und steirerkrone.at

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