Fr, 25. Mai 2018

Jubiläum in Imst

12.04.2011 11:41

Erstes SOS-Kinderdorf vor 60 Jahren eröffnet

Rund 750 Kinder und Jugendliche haben in den vergangenen Jahrzehnten dort ein "schützendes und dauerhaftes" zu Hause gefunden: Am Freitag feiert das erste SOS-Kinderdorf in der Tiroler Bezirkshauptstadt Imst sein 60. Jubiläum. Bereits 1950 hatte auf dem Areal das "Haus Frieden" seine Pforten geöffnet. 1951 zogen dann die ersten ausgebildeten SOS-Kinderdorf-Mütter mit ihren Schützlingen in die fünf fertiggestellten Häuser am oberhalb der Stadt gelegenen Sonnberg ein.

Maria Weber und Theresia Neubauer gelten als die zwei SOS-Kinderdorf-Mütter der ersten Stunde. Sie betreuten damals mit drei weiteren Frauen 45 Kinder. "In der Not nahm eine Mutter damals bis zu neun Kinder auf", schilderte der heutige Dorfleiter von Imst, Werner Schreyer. Schon zuvor hatten fünf Waisenkinder im "Haus Frieden" eine neue Heimat gefunden. Um sie hatte sich Helene Diddl gekümmert. "Frau Diddl hat in einer Vorphase die Kinder betreut und dann auf die Häuser aufgeteilt", erklärte Schreyer. Diddl habe später in unterschiedlichen Positionen als "Frau für Alles" geholfen.

Mit der Gründung des Sozialnetzwerkes im April 1949 und dem Bau des ersten SOS-Kinderdorfes wollte Hermann Gmeiner (Bild) "benachteiligten Kindern ein neues zu Hause ermöglichen". Er sprach mit diesem Modell "die Sehnsucht jedes Menschen nach der intakten Familie" an. Für Schreyer sei es "die große Lebensentscheidung durch die Lebensform 'Mutter' selbst", die eine SOS-Kinderdorf-Mutter ausmache. "Es ist der Wille, Kindern zu helfen, in das Leben und in die Selbstständigkeit zu wachsen, mit Hingabe und doch der Fähigkeit, die professionelle Haltung nicht zu verlieren", führte der Imster Dorfleiter die Berufung für diesen Job aus.

"Imster Idee" als Vorbild für die ganze Welt
Heute gibt es in Imst zu seiner Freude bereits ein Ehepaar, das im rund 30 Kilometer westlich von Innsbruck gelegenen SOS-Kinderdorf als Familie tätig ist. Ein weiteres werde in Kürze eine Familie gründen. Insgesamt wachsen in zwölf Familienhäusern 60 Buben und Mädchen aller Altersgruppen auf. "Eine Mutter oder Familie betreut zwischen vier bis sechs Kinder", erklärte Schreyer. Zudem gehören zum SOS-Kinderdorf Imst vier Kinderwohngruppen mit sozialpädagogischen Betreuerinnen und eine Krisenwohngemeinschaft. Letztere ermöglicht eine Aufnahme im akuten Krisenfall und die Abklärung zur künftigen Betreuung.

Auf 132 Länder hat sich die "Imster Idee" in den vergangenen Jahrzehnten ausgeweitet. Weltweit haben in 508 SOS-Kinderdörfern mehr als 76.000 Kinder und Jugendliche ein schützendes Heim gefunden. Dazu gibt es 1.500 begleitende Projekte wie Kindergärten, Schulen und Sozialzentren, in denen rund eine Million "besonders belastete und gefährdete Kinder und Jugendliche aus schwierigen familiären Situationen" betreut werden.

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