Di, 22. Mai 2018

Gadafi-Sohn im TV

12.04.2011 18:46

"Idee vom Rücktritt meines Vaters lächerlich"

Saif al-Islam, ein Sohn des libyschen Machthabers Muammar al-Gadafi, hat die Idee eines Rücktritts seines Vaters "lächerlich" genannt. "Wir brauchen neues Blut, das ist, was wir für die Zukunft wollen, doch Gerede über den Rücktritt des Führers ist wahrlich lächerlich", sagte er dem französischen Sender BFM.

Sein Vater sei im fortgeschrittenen Alter und wolle nicht alles kontrollieren. Er wünsche, dass junge Leute die Führung des Landes übernehmen, sagte Saif in dem Interview, das bereits am Wochenende aufgezeichnet worden war. Saif gilt als möglicher Nachfolger seines Vaters.

Zuvor hatten die USA darauf gepocht, dass ein Friedensplan für Libyen zu einem Rücktritt von Gadafi führen und einen Übergang zu einer demokratischen Führung beinhalten muss. "Es muss einen Übergang geben, der den Willen des libyschen Volkes widerspiegelt und den Abschied Gadafis von der Macht bringt", sagte Außenministerin Hillary Clinton am Montag zum jüngsten Friedenskonzept der Afrikanischen Union (AU), das unter anderem einen Waffenstillstand beinhaltet.

Libyens Außenministerium drohte unterdessen mit "heftigem Widerstand" im Falle eines ausländischen Einsatzes in der belagerten Küstenstadt Misrata. Das Ministerium habe den UN-Sicherheitsrat, die Afrikanische Union und die Europäische Union informiert, dass "das bewaffnete Volk jeder Annäherung an das libysche Territorium unter dem Mantel einer humanitären Mission mit unerwartetem heftigen Widerstand begegnen wird", berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Jana.

Nur Hilfsorganisationen werden akzeptiert
Allein die Hilfe des Roten Kreuzes und Roten Halbmonds werde akzeptiert, hieß es weiter. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton hatte am Freitag in einem Brief an UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon erklärt, die EU sei bereit, notfalls auch mit militärischen Mitteln humanitäre Hilfe für die 300.000 Einwohner der Küstenstadt Misrata zu leisten. Die von den Aufständischen kontrollierte Stadt wird seit Wochen von den Truppen Gadafis belagert und beschossen.

Derweil erhöhte die Europäische Union am Dienstag den Druck auf Gadafi. Die EU-Außenminister beschlossen, 26 zusätzliche Unternehmen auf eine Liste zu setzen, deren Konten in der EU eingefroren werden und mit denen EU-Firmen keine Geschäfte mehr machen dürfen. "Wir haben damit de facto ein Öl-und Gasembargo verhängt", sagte der deutsche Außenminister Guido Westerwelle.

Libyens zurückgetretener Außenminister Moussa Koussa warnte indes vor einem "neuen Somalia" in Libyen, sollte ein Bürgerkrieg ausbrechen. "Die Einheit Libyens ist essenziell für jede Lösung in Libyen", sagte Koussa im britischen Rundfunk BBC. Der Ende März überraschend nach London geflohene langjährige enge Vertraute Gadafis sagte, er habe keinen Kontakt mehr mit der libyschen Führung. Er habe 30 Jahre lang dem Regime gedient, doch nach den jüngsten Entwicklungen habe er nicht mehr weiter machen können, so der frühere Geheimdienstchef.

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