Fr, 23. Februar 2018

Gegner beeindruckt

11.04.2011 13:06

Konkurrenz fürchtet Alleingang des "Vettel Express"

Die Konkurrenz schaut fast schon ehrfürchtig zu ihm auf, die Presse fürchtet bereits den Alleingang des "Bull-Dozers": Die Formel 1 wird zur "Formel Vettel". Der jüngste Champion ist im Red Bull am besten Weg, wie einst Michael Schumacher die Königsklasse des Motorsports zu regieren. Vettel selbst tritt in der Stunde des Triumphs aber auf die Euphoriebremse und betonte nach seinem souveränen Start-Ziel-Sieg in Sepang: "Bis zum Titel ist es noch ein sehr weiter Weg!"

Die im Grand Prix von Malaysia erneut düpierte Konkurrenz sieht Titelverteidiger Vettel dagegen in der Rolle des haushohen Favoriten. "Seb ist der Mann, den es zu schlagen gilt", bekräftigte der in Sepang zweitplatzierte Engländer Jenson Button - ohne Wenn und Aber. Nach Meinung des McLaren-Mercedes-Piloten hatte lange nur "niemand wirklich gewusst, wer Zweiter hinter Seb würde".

Ferrari erstarrt in Ehrfurcht
Auch Buttons Teamchef Martin Whitmarsh lobte die Leistung des Weltmeisters: "Sebastian ist zweifelsohne ein fantastischer Fahrer." Noch treffender fiel der Kommentar seines Ferrari-Kollegen Stefano Domenicali aus: "Vettel war wieder uneinholbar." Die Konkurrenz glaubt vor allem angesichts der Tatsache, dass selbst technische Probleme den Deutschen derzeit nicht stoppen können, an einen Alleingang des "Vettel-Express".

"Sebastian Vettel gewinnt wie im Fluge und dominiert die Formel 1 mit eiserner Hand", schrieb etwa die spanische Tageszeitung "El Pais" einen Tag nach seinem zweitem Sieg im zweiten Saisonrennen. "Wer stoppt den 'Bull-Dozer'?", fragte die "Neue Zürcher Zeitung". Und für das deutsche Boulevard-Blatt "Bild" ist Vettel "einfach unbesiegbar".

Auch ohne KERS sehr schnell
Selbst als der Red-Bull-Star nach halber Renndistanz an seinem Boliden das Energierückgewinnungssystem KERS aus Sicherheitsgründen hatte abschalten müssen, war er in der Lage, seinen Vorsprung noch leicht auszubauen. Und sein am Ende viertplatzierter Teamkollege Mark Webber, der wegen des bei ihm sofort beim Start streikenden Schubs von 82 Zusatz-PS für je 6,7 Sekunden pro Runde zunächst sieben Ränge verloren und einen Boxenstopp mehr absolviert hatte, hätte es fast noch aufs Podest geschafft.

"Ohne KERS ist ein Nachteil für uns", ließ Vettel anklingen, dass sein Rennstall mit einem funktionierenden System noch deutlicher dominieren würde. Bis zum Grand Prix von China am Sonntag sollten die Red-Bull-Ingenieure das Problem - vermutlich nur ein Wackel-Kontakt - gelöst haben. Und da zwischen Sepang und Shanghai nur minimale Weiterentwicklungen möglich sind, die Rivalen also nicht groß nachrüsten können, deutet nichts auf einen Verlust der Vettel-Herrschaft hin.

Vettel bleibt am Boden
Von einer Vorentscheidung oder Dominanz will Vettel dennoch nichts wissen. "Viele reden schon von einer brutalen Dominanz. Ich gebe darauf nichts", versicherte der Hesse. "Es sind erst zwei Rennen gefahren und es kann sich viel ändern." Ferrari-Star Fernando Alonso sei dafür ein sehr gutes Beispiel, sagte Vettel. Der Spanier sei im Vorjahr zweimal abgeschrieben worden und jeweils zurückgekommen. "Im letzten Saisonrennen war er der WM-Favorit", erinnerte Vettel daran, dass er bei seinem WM-Triumph auch von einem stümperhaften Strategie-Fehler von Ferrari profitiert hatte. Um im eigenen Rennstall keinen Schlendrian einreißen zu lassen, übt Vettel mächtig Druck aus. "Wir müssen mit beiden Füßen am Boden bleiben und hart weiter arbeiten", forderte er nach dem Sepang-Erfolg einmal mehr.

Mit seinem zweiten Saisonsieg, der zugleich der vierte in Serie und der zweite in Malaysia war, hat Vettel einen Idealstart hingelegt. Anders als bei seinem Titeltriumph, als er nach den beiden ersten Rennen mit null Punkten der Spitze hatte hinterherhecheln müssen, hat er mit bisher 50 Punkten das Maximum erreicht und beinahe doppelt so viele Zähler wie sein erster Verfolger Button (26).

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