Mi, 21. Februar 2018

Busfahrer überfallen

09.04.2011 09:46

"Gruselmasken-Räuber" muss 18 Monate hinter Gitter

Wegen eines versuchten Raubüberfalls hat sich ein junger Mann am Freitag vor Gericht in Graz verantworten müssen. Mit einer Halloween-Maske verkleidet hatte der 19-Jährige im Vorjahr einem Busfahrer der Grazer Verkehrsbetriebe (GVB) eine Spielzeugpistole an die Brust gesetzt. Er wurde - nicht rechtskräftig - zu 18 Monaten Haft verurteilt.

Der Angeklagte hatte sein gesamtes Geld beim Glücksspiel verloren. Weil er sich nicht traute, das seinem Vater zu gestehen, beschloss er im vergangenen November einen Raubüberfall zu begehen. Seinen ursprünglichen Plan, ein Wettcafé zu überfallen, ließ er wieder fallen. Stattdessen brachten ihn die am Jakominiplatz vorüberfahrenden Busse auf eine Idee.

Bus mit Fahrrad verfolgt
Daheim holte der Beschuldigte unauffällige Kleidung, eine Halloween-Maske - und eine täuschend echt aussehende Spielzeugpistole. Mit dem Rad verfolgte er schließlich einen Bus der Linie 39. An der Endhaltestelle beim Urnenfriedhof wartete er zaudernd auf den nächsten Bus - und setzte dem erschrockenen Fahrer laut Anklage die Pistole an die Brust. "Ich habe die Pistole für echt gehalten", erzählt der Fahrer. In seinem Schrecken sprang er reflexartig auf, der gescheiterte Räuber flüchtete.

Schwerer Schock für GVB-Fahrer
"Ich war halt verzweifelt. Es war ein riesiger Blödsinn, ich weiß", sagt der Angeklagte am Freitag kleinlaut vor Gericht. Für das 52-jährige Opfer bedeutete diese Dummheit aber das Ende als Busfahrer: Drei Monate musste er in den Krankenstand, trotz Psychotherapie kann der Mann seinen Beruf nicht mehr ausüben. Heute arbeitet er im Innendienst, verdient weniger.

"War ein Schwerverbrechen"
Richter Christoph Lichtenberg: "Das war kein Lausbubenstreich, sondern ein Schwerverbrechen. So etwas kann eine Existenz zerstören." Das nicht rechtskräftige Urteil: 18 Monate Gefängnis.

von Martin Gasser ("Steirerkrone") und steirerkrone.at

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